„3-Kuruş“-Schmerzensgeldklage gegen Social-Media-Phänomen Murat Övüç

Das Social-Media-Phänomen Murat Övüç wurde von einem Gericht wegen Beleidigung und Bedrohung auf einer Social-Media-Plattform zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Gastronom, der nach eigenen Angaben Opfer der Beleidigungen und Drohungen wurde, hat den Fall vor Gericht gebracht und wird nun zusätzlich eine „3-Kuruş“-Schmerzensgeldklage gegen Övüç einreichen.

İHA

V.A. (36), der in Istanbul einen Unterhaltungsbetrieb führt, hatte auf Instagram einen Beitrag veröffentlicht, in dem er eine Äußerung des Social-Media-Phänomens Murat Övüç kritisierte. Daraufhin soll Murat Övüç ihn mit den Worten „Ich werde dich schon irgendwo sehen, mal sehen, wer dich aus meinen Händen retten wird“ bedroht und ihn mit Begriffen wie „Unverschämter, Domez, hungriger Hund, Laufbursche“ beleidigt haben. V.A. reichte daraufhin über den Anwalt Alperen Cihan Çetinkaya von der Anwaltskammer Izmir eine Strafanzeige ein.

ER WIES DIE VORWÜRFE MIT DEM HINWEIS AUF „MONTAGE“ ZURÜCK

Nach der Strafanzeige fand vor dem 58. Strafgericht erster Instanz in Istanbul eine Verhandlung zu dem Thema statt. Murat Övüç bestritt in seiner Verteidigung vor Gericht die Vorwürfe und behauptete, die Chat-Verläufe seien montiert: „Ich akzeptiere die gegen mich erhobenen Vorwürfe nicht. Ich habe die in der Anklageschrift genannten Nachrichten nicht verfasst, diese Worte stammen nicht von mir.“ Der Kläger V.A. legte dem Gerichtsvorsitzenden daraufhin die Originalversionen der Chat-Verläufe auf seinem Telefon vor und zeigte die Droh- und Beleidigungsnachrichten.

SIE WERDEN EINE „3-KURUŞ“-SCHMERZENSGELDKLAGE EINREICHEN

Nachdem Murat Övüç vom Gericht wegen Beleidigung und Bedrohung zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, kündigte Anwalt Alperen Cihan Çetinkaya an, dass sie eine „3-Kuruş“-Schmerzensgeldklage einreichen werden.

Çetinkaya erklärte: „Mein Mandant ist ein Gastronom in Istanbul und kennt die Person namens Murat Övüç auch persönlich. Aufgrund der Beiträge von Murat Övüç, die er als nicht mit der gesellschaftlichen Moral vereinbar empfand, veröffentlichte er einen kritischen Beitrag. Daraufhin äußerte Murat Övüç über Instagram Beleidigungen und Drohungen wie ‚Unverschämter Domez, hungriger Hund‘.

Daraufhin haben wir Anzeige erstattet. Während des Gerichtsverfahrens behauptete Murat Övüç, diese Nachrichten seien montiert. Wir haben jedoch durch die Vorlage der uns vorliegenden digitalen Materialien bewiesen, dass dies der Wahrheit entspricht.

Eines der wichtigsten Details hierbei ist, dass das Wort ‚Domez‘ nun Gegenstand eines Gerichtsurteils wurde und als beleidigend eingestuft wurde; man kann sagen, dass dies ein Novum ist und das Wort in die Literatur der Beleidigungen eingegangen ist. Ich habe dieses Wort selbst recherchiert und erfahren, dass es unter LGBT-Personen als schwere Beleidigung verwendet wird.

Das Gericht war offenbar derselben Ansicht und hat ein entsprechendes Urteil gefällt. Nach diesem Urteil haben wir nun eine 3-Kuruş-Schmerzensgeldklage gegen die Person eingereicht.

Denn unser eigentliches Ziel ist hier nicht der finanzielle Gewinn. Wir haben die 3-Kuruş-Schmerzensgeldklage eingereicht, um zu zeigen, dass es nicht so billig ist, einen Menschen auf Instagram unter Verwendung seines Namens und Standorts einfach zu beleidigen oder zu bedrohen.“