Sexueller Missbrauch unter dem Vorwand der 'Exorzismus-Heilung'
Kenan Kabakulak, der im Istanbuler Stadtteil Kağıthane religiöse Überzeugungen ausnutzte, um Kinder und Frauen sexuell zu missbrauchen, war nach seiner Verurteilung zu 27 Jahren Haft im Jahr 2014 flüchtig. Kabakulak wurde nun von der Polizei in einem Versteck in Şişli aufgespürt und festgenommen.
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Im Stadtteil Kağıthane nutzte der 72-jährige Kenan Kabakulak die religiösen Gefühle der Bürger aus, indem er behauptete, unter dem Deckmantel religiöser Gespräche 'Heilung' zu verbreiten.
Kabakulak behauptete, als Reinkarnation früherer religiöser Gelehrter wiedergeboren worden zu sein und die als 'Dschinn' bezeichneten Wesen sehen zu können. Er gab vor, Beschwerden zu behandeln, die angeblich durch diese Dschinn verursacht wurden, und erfand dafür eine Technik, bei der er die Opfer 'nackt' mit den Händen schlug.
Die 17-jährige K.D., die an den Treffen von Kabakulak teilnahm, wurde Opfer des religiösen Scharlatans. Der Mann sperrte das Kind in einen Raum, entkleidete es unter dem Vorwand, "die Dschinn aus dir herauszuholen", und missbrauchte es. Anschließend drohte er dem Kind: "Sag es bloß nicht deiner Familie, sonst werden sie krank."
AUCH DIE TANTE MISSBRAUCHT
Es wurde bekannt, dass der Missbrauch des Kindes über einen längeren Zeitraum andauerte. Nach einiger Zeit belästigte Kabakulak mit derselben Methode auch die Tante des Kindes.
Aufgrund der Anzeige des Mädchens und der Tante wurde Kabakulak festgenommen. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen Kindesmissbrauchs und sexuellen Missbrauchs eingeleitet.
Der Mann wurde 2014 wegen dieser Straftaten zunächst 'auf freiem Fuß' verhandelt. Kabakulak wurde zu 27 Jahren Haft verurteilt. Das Berufungsgericht bestätigte das Urteil.
Nachdem das Urteil rechtskräftig geworden war, wurde Kabakulak zur Fahndung ausgeschrieben und schließlich von Polizeieinheiten aufgespürt.
Es stellte sich heraus, dass sich Kabakulak in einem Haus im Stadtteil Şişli versteckt hielt. Kabakulak wurde gefasst und in Gewahrsam genommen.