Sexueller Missbrauchsskandal an İmam-Hatip-Gymnasium: 16 Jungen betroffen

An der Aybastı Anadolu İmam Hatip Lisesi im Bezirk Aybastı in Ordu haben sich 16 Schüler bei der Schulleitung beschwert, da sie nach eigenen Angaben vom stellvertretenden Schulleiter K.Ç. verbal und körperlich missbraucht wurden.

12punto

Die Schulleitung nahm zunächst schriftliche Stellungnahmen der Kinder auf. Nachdem der Vorfall an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet wurde, vernahm der Staatsanwalt die Kinder in Anwesenheit eines Pädagogen.

SOWOHL VERBALER ALS AUCH KÖRPERLICHER MISSBRAUCH

Wie Onur Durmuş von der Zeitung BirGün berichtet, gaben einige der 16 männlichen Schüler in ihren Aussagen an, sowohl verbalem als auch körperlichem Missbrauch ausgesetzt gewesen zu sein.

Die Schüler erklärten, dass K.Ç. ihre Intimbereiche berührt und sexuell anzügliche Bemerkungen ihnen gegenüber gemacht habe.

IN HAFT GENOMMEN

Nach den Aussagen der Schüler wurde auf Anweisung der Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen K.Ç. eingeleitet. K.Ç. wurde vom Schwurgericht Fatsa verhaftet und in das Gefängnis Ünye überstellt.

BEWERTUNG DER TAT LIEGT BEI HÖHERER GERICHTSINSTANZ

Das bei der Strafabteilung des Amtsgerichts Aybastı begonnene Verfahren wurde später an das Schwurgericht Fatsa verwiesen.

Das Schwurgericht Fatsa übergab die Akte an das Amtsgericht Aybastı mit der Anweisung, diese zur „Beilegung des impliziten Zuständigkeitskonflikts“ zwischen ihm und dem Schwurgericht Aybastı an das Regionalgericht Samsun weiterzuleiten.

In der Entscheidung hieß es: „Bei der Prüfung wurde festgestellt, dass die Tat den Straftatbestand des sexuellen Missbrauchs von Kindern erfüllt und die Bewertung der dem Angeklagten zur Last gelegten Handlungen in die Zuständigkeit einer höheren Gerichtsinstanz fällt, weshalb die Übermittlung der Akte an das Regionalgericht Samsun beschlossen wurde.“

„PERSONEN KAMEN, DAMIT WIR UNSERE AUSSAGE ZURÜCKZIEHEN“

Während das rechtliche Verfahren andauert, wurde behauptet, dass einige Verwaltungsangestellte der Stadtverwaltung Aybastı Druck auf die Familien der klagenden Schüler ausgeübt hätten, damit diese ihre Aussagen zurückziehen.

Ein Elternteil eines betroffenen Schülers behauptete: „Es kamen Leute zu uns, damit wir unsere Aussage zurückziehen. Im Gespräch hieß es, dass die Fotos ihrer Kinder veröffentlicht würden und dieser Vorfall im polizeilichen Führungszeugnis der Kinder landen würde. Das würde ihnen bei der Jobsuche im Weg stehen. Wir sollten von der Anzeige absehen.“

Der Anwalt von K.Ç. beantwortete keine Fragen mit dem Hinweis, dass „für den Fall eine Geheimhaltungspflicht besteht“.

AN EINE ANDERE SCHULE VERSETZT

Es kam zudem ans Licht, dass gegen den Lehrer K.Ç. bereits etwa vier Monate vor den Anzeigen der Kinder bei der Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren durch die Schulleitung der Aybastı Anadolu İmam Hatip Lisesi eingeleitet worden war, weil er „sexistische Äußerungen gegenüber Kindern“ getätigt haben soll, woraufhin er vorübergehend an die Anadolu Lisesi Aybastı versetzt wurde.