Sie sagte 'Möge sein Platz im Himmel sein' für den FETÖ-Anführer: Ermittlungen gegen Journalistin Aysın Komitgan eingeleitet

In Bursa wurde gegen die Lokaljournalistin Aysın Komitgan, die den Tod des FETÖ-Anführers Fethullah Gülen mit den Worten „Möge sein Platz im Himmel sein“ kommentierte, ein Ermittlungsverfahren wegen „Verherrlichung von Straftaten und Tätern“ sowie „Terrorpropaganda“ eingeleitet.

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In Bursa hat die Generalstaatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen die Journalistin Aysın Komitgan eingeleitet, nachdem diese in einem lokalen Web-TV-Programm die Nachricht vom Tod des Anführers der Fetullahistischen Terrororganisation (FETÖ), Fethullah Gülen, mit dem Ausdruck „Möge sein Platz im Himmel sein“ kommentiert hatte. Komitgan wurde zur Aussage bei der Abteilung für Terrorismusbekämpfung vorgeladen.

SIE SAGTE 'MÖGE SEIN PLATZ IM HIMMEL SEIN'

Aysın Komitgan, die für eine lokale Website eine Fernsehsendung moderiert, äußerte sich zum Tod von Fetullah Gülen wie folgt: „Die Nachricht vom Tod von Fetullah Gülen, die schon mehrfach auf der Tagesordnung stand und von der wir erfuhren, dass sie nicht der Wahrheit entsprach, ist eingetroffen. Er ist gestern verstorben. Die Nachricht wurde von engen Quellen und seinem Neffen bestätigt. Was soll man sagen, möge sein Platz im Himmel sein.“

 

ERMITTLUNGSVERFAHREN EINGELEITET: ZUR AUSSAGE VORGELADEN

Diese Äußerungen von Komitgan lösten nach ihrer Verbreitung in den sozialen Medien Empörung aus. Die Generalstaatsanwaltschaft Bursa leitete ein Ermittlungsverfahren wegen „Verherrlichung von Straftaten und Tätern“ sowie „Terrorpropaganda“ ein. Die Teams der Abteilung für Terrorismusbekämpfung der Polizeidirektion Bursa luden Komitgan zur Vernehmung auf die Dienststelle ein.

'NIEMALS AKZEPTABEL'

Die Geschäftsführung der Website „Bursa'da Bugün“ gab nach dem Vorfall eine Erklärung ab. In der Erklärung hieß es:

„Die Äußerungen, die von Aysın Komitgan, die als Kolumnistin und Chefredakteurin in unserem Haus tätig ist, während eines TV-Interviews mit der Vorsitzenden des Türkischen Verbandes der Akademikerinnen über den Tod des Landesverräters und Terroristenführers getätigt wurden und die den Sensibilitäten unserer Gesellschaft widersprechen, haben auch uns zutiefst verletzt. Dass der Name unserer Institution in einen Prozess verwickelt wird, der – egal aus welchem Grund – solche negativen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hat, ist für uns absolut inakzeptabel. Die unteilbare Integrität unseres Landes und unserer Heimat ist, wie für jeden ehrenhaften Bürger, auch unsere rote Linie. Dass der FETÖ-Anführer, der Architekt des verräterischen Putschversuchs, und seine Anhänger sich vor dieser großen Nation, allen voran vor unseren Märtyrern und Veteranen, verantworten müssen, ist unser größter Wunsch, genau wie der unserer gesamten Gesellschaft. Unsere werten Leser können sicher sein, dass wir in diesem Rahmen unverzüglich die notwendigen Schritte einleiten werden.“

KOMİTGAN ENTSCHULDIGTE SICH ÜBER SOZIALE MEDIEN

Unterdessen entschuldigte sich die Journalistin Aysın Komitgan in einer Erklärung auf ihrem persönlichen Social-Media-Konto bei der Öffentlichkeit. Komitgan erklärte dazu:

„Einige Äußerungen, die unter den Bedingungen einer Live-Sendung getätigt werden, können leider, insbesondere in solch gesellschaftlich sensiblen Zeiten, unterschiedlich interpretiert werden. Um meine Gefühle offen auszudrücken: Unabhängig von meiner 40-jährigen journalistischen Identität ist es mir als türkische Staatsbürgerin, die ihr Leben fest an die Atatürk-Prinzipien und die Werte der Republik gebunden hat und zudem CHP-Mitglied ist, absolut unmöglich, dem Tod des FETÖ-Anführers, der verräterische Pläne gegen unser Land hegte, Segen zu wünschen. Weder ich noch meine Familie hatten jemals in irgendeiner Lebensphase eine Verbindung zu solchen Sekten.“

„Daher weiß mein enges Umfeld sowie jeder, mit dem ich beruflich kommuniziere, sehr genau, dass meine Haltung gegenüber dieser Person, die verräterische Pläne gegen unser Land schmiedete, vom ersten Tag an klar war. Aufgrund der Unfähigkeit, meine Gefühle in der Live-Sendung präzise wiederzugeben, habe ich jedoch einen solchen Ausdruck verwendet. Da es bei live gesagten Worten kein Zurück gibt, habe ich diesen Ausdruck leider aus hunderten Wörtern, die mir in den Sinn kamen, gewählt. Es ist jedoch wirklich traurig, dass ein aus menschlichen Gefühlen heraus gesagter Satz derart verzerrt wird. Aus diesem Grund entschuldige ich mich bei der Öffentlichkeit in meinem eigenen Namen und im Namen meiner Institution für diese fehlerhaften Worte, die zu einer falschen Wahrnehmung geführt haben.“