Sie wurden bei İmamoğlu-Protesten festgenommen: Eindringlicher Bericht der Anwaltskammer Istanbul

Die Anwaltskammer Istanbul hat die Menschenrechtsverletzungen an Kindern dokumentiert, die bei den Protesten gegen die Inhaftierung von Ekrem İmamoğlu festgenommen wurden. Der Bericht führt zahlreiche schwere Verstöße auf, von physischer und psychischer Gewalt bis hin zu Handschellen und Misshandlungen.

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Die Anwaltskammer Istanbul hat die Menschenrechtsverletzungen, denen Kinder bei den Protesten nach der Inhaftierung des Bürgermeisters von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, ausgesetzt waren, in einem detaillierten Bericht offengelegt. Die Anwaltskammer, die die Ereignisse zwischen dem 22. und 28. März beobachtete, stellte fest, dass es bei den Einsätzen gegen Kinder zu schwerwiegenden Verstößen kam.

HANDSCHELLEN AUF DEM RÜCKEN, GEWALT…

Dem Bericht zufolge wurden bei den Protesten 26 Kinder festgenommen. Es wurde festgestellt, dass 20 dieser Kinder rechtswidrig Handschellen angelegt wurden, wobei bei vielen die Methode der Handschellen auf dem Rücken (sog. „Ters Kelepçe“) angewandt wurde. Fast die Hälfte der festgenommenen Kinder gab an, von der Polizei physischer Gewalt ausgesetzt gewesen zu sein. Einige Kinder berichteten, dass ihnen direkt Pfefferspray in die Augen gesprüht wurde, andere erzählten, dass sie stundenlang mit auf dem Rücken gefesselten Händen warten mussten.

PSYCHISCHE GEWALT UND BELEIDIGUNGEN

Die Kinder waren nicht nur physischer Gewalt ausgesetzt, sondern auch psychischer Gewalt und verbalen Misshandlungen. 18 der festgenommenen Kinder wurden entgegen der Vorschrift, sie von Erwachsenen getrennt zu halten, gemeinsam mit Erwachsenen in Fahrzeugen, Gebäuden oder auf Parkplätzen festgehalten.

KINDER STUNDENLANG IN FAHRZEUGEN FESTGEHALTEN

Eine weitere erschreckende Feststellung im Bericht betrifft die Nichteinhaltung der ordnungsgemäßen Festnahmeverfahren. Die Überstellung von 19 Kindern an die Jugendabteilung wurde verzögert; einige mussten bis zu 12 Stunden in Fahrzeugen warten. 15 Kindern wurden während der gesamten Dauer der Festnahme weder Essen noch Wasser gegeben; sie wurden stundenlang hungrig und durstig gelassen.

AUSSAGEN VOR DEM STAATSANWALT FÜR TERRORDELIKTE

Die Aussagen von 14 Kindern wurden nicht von einem Jugendstaatsanwalt, sondern von einem Staatsanwalt für Terrorstraftaten aufgenommen. Es wurde betont, dass dies den rechtlichen Verfahren zum Schutz der Kinderrechte widerspricht.

EMPFEHLUNGEN UND WARNUNGEN DER ANWALTSKAMMER

In ihrem Bericht erinnerte die Anwaltskammer Istanbul daran, dass die Festnahme von Kindern nur als letztes Mittel angewandt werden sollte, nachdem alle anderen Alternativen ausgeschöpft wurden. Es wurde gefordert, die Anwendung von Handschellen und insbesondere die Fesselung auf dem Rücken vollständig abzuschaffen. Zudem wurden Empfehlungen ausgesprochen, die Sicherheitskräfte in Kinderrechten zu schulen, unabhängige Kontrollmechanismen zu schaffen und Vorwürfe von Gewalt wirksam zu untersuchen.