Signal für eine neue Ära zwischen Erdoğan und Trump: 'Besuch positiv, Zeitplan noch unklar'

Außenminister Hakan Fidan bezeichnete das Gespräch zwischen Erdoğan und Trump als positiv und öffnete die Tür für einen möglichen Besuch in Washington. Fidan thematisierte zudem die Möglichkeit eines US-Truppenabzugs aus Syrien sowie die YPG-Frage.

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Außenminister Hakan Fidan äußerte sich im Rahmen eines Iftar-Programms, das für die Ankara-Vertreter von Medienorganisationen veranstaltet wurde, zu bemerkenswerten Themen. Auf seiner Agenda stand das jüngste Telefonat zwischen Präsident Recep Tayyip Erdoğan und dem US-Präsidenten Donald Trump. Fidan betonte, dass das Gespräch sehr positiv verlaufen sei, und sagte bezüglich eines möglichen Besuchs Erdoğans in Washington: "Er steht dem positiv gegenüber, aber ein Datum steht noch nicht fest."

ERDOĞAN-TRUMP-GESPRÄCH 

Fidan berichtete, dass das Telefonat zwischen den beiden Staatschefs in einer freundschaftlichen Atmosphäre stattgefunden habe, und erklärte:

"Unser Präsident ist einer der Staatschefs, die Präsident Trump respektiert. Während des Gesprächs brachte unser Präsident die Erwartungen der Türkei im Kampf gegen den Terrorismus sowie die Notwendigkeit zur Aufhebung der Beschränkungen in der Zusammenarbeit der Verteidigungsindustrie zum Ausdruck. Auch die Bedeutung des Friedens in der Ukraine wurde hervorgehoben. Trump zeigte ebenfalls eine sehr positive Haltung. Wir werden weiterhin an der Lösung der Probleme zwischen den beiden Ländern arbeiten."

Bezüglich der Möglichkeit eines Besuchs von Präsident Erdoğan in Washington wies Fidan darauf hin, dass auf Ebene der Außenminister eine Vorbereitung getroffen werden könne, und fügte hinzu: "Unser Präsident steht dem Besuch positiv gegenüber. Wir haben jedoch derzeit noch kein konkretes Datum genannt."

YPG-FOKUS BEI DAMASKUS-KONTAKTEN 

Minister Fidan gab auch Details zu seinem kürzlichen Besuch in Damaskus bekannt. Er erklärte, dass die YPG-Frage auf den Tisch gebracht wurde, und äußerte sich wie folgt:

"Wir haben unsere Bedenken hinsichtlich der Absichten, Fähigkeiten und der Kontrolle über Energieressourcen der Organisation im Rahmen der Vereinbarung, die die neue Verwaltung mit den SDF getroffen hat, klar zum Ausdruck gebracht. Es ist erfreulich zu sehen, dass wir mit der syrischen Regierung die gleichen Absichten und Perspektiven teilen. Die YPG ist ein Ableger der PKK, das bedarf nicht einmal einer Diskussion."

Fidan betonte, dass die Zerstörung der militärischen Fähigkeiten der Organisation für die Türkei eine Priorität darstelle, und erklärte, dass sich die Organisation auflösen und unter die Kontrolle der Zentralregierung begeben müsse. Zudem unterstrich er, dass auch diejenigen, die sich der YPG von außen angeschlossen haben, eliminiert werden müssten.

Fidan ging auch auf die militärische Präsenz der USA in Syrien ein und merkte an, dass diese Präsenz in der amerikanischen Öffentlichkeit zunehmend hinterfragt werde:

"Der Verbleib amerikanischer Soldaten in Syrien scheint nicht zu den Prioritäten von Präsident Trump zu gehören. Die Konjunktur hat sich geändert. Wenn die USA ihre Soldaten abziehen, wäre das für sie mit geringeren Kosten verbunden."

PLAN ZUR BEKÄMPFUNG DES IS 

Minister Fidan kündigte zudem an, dass fünf Länder in Jordanien beschlossen hätten, ein gemeinsames Operations- und Geheimdienstzentrum zu gründen. Fidan erklärte, dass die militärischen Fähigkeiten der Türkei, Jordaniens, des Iraks und anderer Länder bei Bedarf gegen den IS eingesetzt würden, und sagte: "Wir müssen unsere eigenen Probleme selbst lösen."

BOTSCHAFT ZUR EU-MITGLIEDSCHAFT 

Fidan äußerte sich auch zur europäischen Sicherheitsarchitektur und stellte fest, dass die europäischen Länder nicht mehr vollständig vom Sicherheitsschirm der USA abhängig bleiben wollten. In Bezug auf die Mitgliedschaft in der Europäischen Union sagte Fidan: "Das Ideal wäre, dass die Türkei EU-Mitglied wird und in einer ganzheitlicheren Struktur von der Sicherheit bis zur Wirtschaft eingebunden ist. Unser Präsident sieht dies ebenfalls als eine ideale Lösung an."