Sinem Dedetaş' Aussage vor der Staatsanwaltschaft bekannt: Ich sagte, es seien Gerüchte

Im Rahmen der Ermittlungen wegen Vorwürfen der "Bestechung" und "Erpressung" in der Stadtverwaltung Üsküdar wurde die Bürgermeisterin Sinem Dedetaş dem zuständigen Haftrichter mit dem Antrag auf Untersuchungshaft vorgeführt. In ihrer Aussage vor der Staatsanwaltschaft äußerte sie sich zu dem Namensschild vor Nazım A. bei einer Veranstaltung, auf dem "Stellvertretender Bürgermeister" stand: "Es war nichts Böswilliges, aber ich erkenne dies als administrativen Fehler an."

12punto

Im Rahmen der Ermittlungen, die unter der Koordination des Sonderermittlungsbüros der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul-Anadolu geführt werden, wurde ein Verfahren gegen die Bürgermeisterin von Üsküdar, Sinem Dedetaş, die stellvertretende Bürgermeisterin F.D., den Berater des Bürgermeisters U.M., den Büroleiter A.K., den Geschäftsführer der Kent A.Ş., Nazım A., sowie die jeweiligen Abteilungsleiter und Mitarbeiter eingeleitet. Grundlage hierfür waren Anzeigen wegen Unregelmäßigkeiten bei Baugenehmigungen und Nutzungsfreigaben, Aussagen von Geschädigten sowie die Schilderungen von Beschuldigten, die im Rahmen der Kronzeugenregelung aussagten.

Antrag auf Untersuchungshaft gegen Dedetaş

Die Bürgermeisterin Sinem Dedetaş, der Büroleiter A.K., der Architekt B.Ç. und der Bauunternehmer B.O.T. wurden mit dem Antrag auf Untersuchungshaft dem zuständigen Haftrichter vorgeführt, während gegen die stellvertretende Bürgermeisterin C.Ü. und den Vermittler A.A. gerichtliche Auflagen beantragt wurden.

Aussagen vor der Staatsanwaltschaft bekannt geworden

In ihrer Aussage vor der Staatsanwaltschaft erklärte Dedetaş: "Ich habe Nazım A. weder angewiesen noch dazu aufgefordert, im Gegenzug für die Erteilung einer Nutzungsfreigabe finanzielle Vorteile für mich oder mein Büro zu fordern. Ich weise die gegen mich erhobenen Vorwürfe zurück. Ich habe zu keinem Zeitpunkt Anweisungen gegeben oder Äußerungen getätigt, die darauf abzielten, von Bauunternehmern, die Baugenehmigungs- und Nutzungsfreigabeverfahren bei der Gemeinde durchlaufen, Geld zu verlangen. Die Personen, die ich in diese Ämter berufen habe, verfügen über das entsprechende technische Wissen und die Expertise. Sollte eine Nutzungsfreigabe auf diese Weise erteilt worden sein, so habe ich als Bürgermeisterin keine Kenntnis davon, da ich nicht in die technischen Details eingreifen kann. Da ich den Experten, die ich für diese Aufgaben eingesetzt habe, vertraue, ist es mir als Bürgermeisterin nicht möglich, über technische Angelegenheiten informiert zu sein."

Es wurde festgestellt, dass Dedetaş bei einer Veranstaltung neben Nazım A. saß und auf dessen Namensschild "Stellvertretender Bürgermeister" stand. Dedetaş räumte diesen Umstand mit den Worten ein: "Es war nichts Böswilliges, aber ich erkenne dies als administrativen Fehler an."

"Ich sagte, dass es sich bei den Geschäften, in denen Geld von Bauunternehmern gefordert wurde, um Gerüchte handelte"

Bezüglich des Geldflusses zwischen Bauunternehmern und der Gemeinde erklärte Dedetaş: "Zwischen Sadık A., dem Vorsitzenden des Sportvereins der Gemeinde Üsküdar, und Mustafa H. kam es ständig zu gegenseitigen Beschwerden. Soweit ich das verstanden habe, war das Tischtuch zwischen ihnen endgültig zerschnitten.

Mustafa H. erzählte mir, dass Sadık A. als Vereinsvorsitzender seine Ehefrau zusammen mit den Sportlern – wenn ich mich recht erinnere – zu einem Auswärtsspiel nach Trabzon mitgenommen habe und wie er für seine Frau ein Ticket gekauft habe.

Sadık A. wiederum sagte mir, dass er sich über das Verhalten von Mustafa H. gegenüber den Sportlern gestört fühle. Soweit ich das verstanden habe, ergriff auch Ulaş M. Partei für Mustafa H. Als Sadık A. forderte, dass Mustafa H. keine Aufgaben mehr übertragen werden sollten, sagte ich: 'Ich habe euch beide zusammen kennengelernt.

Ich sehe euch als ein Team. Entweder macht ihr gemeinsam weiter oder ihr beide führt eure Aufgaben nicht aus.' Ich habe Sadık A. gegenüber geäußert, dass es sich bei den Angelegenheiten, in denen Ulaş M. oder Mustafa H. von Bauunternehmern Geld gefordert haben sollen, um Gerüchte handelte, und bin so auf ihn zugegangen."