Skandal in einer Diyanet-Koranschule: Vorwurf des sexuellen Missbrauchs an 17 Kindern
Gegen den Betreuer İbrahim K., der in einem der Diyanet unterstellten Internat für Jungen in Bahçelievler tätig war, wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs an 17 Kindern im Alter zwischen 10 und 13 Jahren eingeleitet.
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In einem der Diyanet İşleri Başkanlığı (Präsidium für Religionsangelegenheiten) unterstellten Internat für Jungen in Istanbul-Bahçelievler ist ein skandalöser Vorwurf gegen den dort tätigen Betreuer İbrahim K. laut geworden. Die Anschuldigungen, dass 17 Kinder im Alter zwischen 10 und 13 Jahren sexuell missbraucht wurden, kamen ans Licht, nachdem ein Lehrer einer Imam-Hatip-Mittelschule Gespräche der Kinder untereinander mitgehört hatte. Nach der Anzeige des Lehrers bei der Staatsanwaltschaft leitete die Generalstaatsanwaltschaft Bakırköy umgehend ein Ermittlungsverfahren ein.
AUSSAGEN IN BEGLEITUNG VON PÄDAGOGEN AUFGENOMMEN
Nach Aufnahme der Ermittlungen wurde İbrahim K. festgenommen. Die betroffenen Kinder sagten am Wochenende im Kinderbeobachtungszentrum Bakırköy in Begleitung von Pädagogen aus. Die Kinder schilderten den Missbrauch, den sie innerhalb des Kurses erlebt hatten, im Detail. In den Aussagen wurde berichtet, dass sich die Vorfälle wiederholten und einige Kinder aus dem regulären Unterricht genommen und auf Fernunterricht umgestellt wurden, während sie jedoch weiterhin den Kurs besuchten.
İBRAHİM K. INHAFTIERT
Nach Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wurde der Betreuer İbrahim K. inhaftiert und in ein Gefängnis überstellt. Den Vorwürfen zufolge hatte der Verdächtige den Kurs im September verlassen. Einige der Kinder gaben jedoch an, dass die Kursleitung von den Vorfällen gewusst, aber nicht eingegriffen habe.
UNTERRICHT IM KURS GEHT WEITER, KEINE MASSNAHMEN
Es wurde bekannt, dass bislang keine administrativen oder rechtlichen Schritte gegen die Koranschule, in der sich der Skandal ereignete, eingeleitet wurden. Zudem wird berichtet, dass die Mehrheit der betroffenen Kinder weiterhin denselben Kurs besucht. Während versucht wurde, den Vorfall vor der Öffentlichkeit zu verbergen, fiel das Schweigen der Behörden zu diesem Thema auf.
TİMUR SOYKAN: VORFALL WIRD VERTUSCHT
Der Autor der Zeitung BirGün, Timur Soykan, schrieb, dass versucht werde, den Vorfall zu vertuschen und die Öffentlichkeit nicht zu informieren. Er wies darauf hin, dass die zuständigen Institutionen auch nach Bekanntwerden des Skandals ihr Schweigen bewahrten.
MÜFTI BEWAHRT SCHWEIGEN
Der Müfti von Bahçelievler, Mustafa Kayış, beschränkte sich in Bezug auf das Thema lediglich auf die Aussage: „Die Akte wurde an die Justiz übergeben.“