Spektakuläre Vorwürfe eines Zeugen im Fall Alihan Kuriş: Er schilderte, wie Geldtransfers durchgeführt wurden
Im Rahmen der Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Ankara gegen die kriminelle Vereinigung um Alihan Kuriş hat ein Zeuge namens G.K. Aussagen zu den Finanzströmen in Rumänien, geschäftlichen Aktivitäten und angeblichen Praktiken über Studentenwohnheime gemacht. Der Zeuge behauptete zudem, dass Ahmet Uğur Pakcan eine Schlüsselrolle in der Struktur in Rumänien und auf dem Balkan spiele.
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Im Zuge der von der Generalstaatsanwaltschaft Ankara geführten Ermittlungen gegen die kriminelle Vereinigung um Alihan Kuriş sind neue Vorwürfe bezüglich der Verbindungen nach Rumänien aufgetaucht. Der Zeuge G.K., der in Ankara vernommen wurde, machte detaillierte Angaben zu den geschäftlichen Aktivitäten und dem Geldfluss der Struktur in Rumänien.
Wie die Zeitung Sabah berichtet, erklärte G.K., er sei durch einen Freund zeitweise Teilhaber einer Döner-Kette in Rumänien geworden und habe in diesem Prozess Einblicke in die Aktivitäten der Struktur mit Sitz in Bukarest erhalten. Laut der Aussage des Zeugen gilt Ahmet Uğur Pakcan, der als „rechte Hand“ des Organisationschefs Alihan Kuriş bezeichnet wird, als eine der Schlüsselfiguren der rumänischen Struktur und der Aktivitäten auf dem Balkan.
VORWURF EINES HANDELSNETZWERKS IN RUMÄNIEN
Den in die Akten aufgenommenen Schilderungen zufolge soll unter dem Deckmantel geschäftlicher Aktivitäten ein weitreichendes Finanznetzwerk über die in Bukarest ansässigen Unternehmen „Dristor Döner“ und „Dristor Döviz Bürosu“ (Wechselstube) gesteuert worden sein. Pakcan soll zudem eine autorisierte Person in dem zur Struktur gehörenden Studentenwohnheim in Bukarest gewesen sein.
In der Aussage von G.K. wurde behauptet, dass im Wohnheim untergebrachte Studenten für Geldtransfers instrumentalisiert wurden. Den Vorwürfen zufolge wurden die Studenten in die Türkei geschickt, wo ihre Koffer mit großen Mengen an Bargeld in Dollar, Euro und Pfund gefüllt wurden. Den Studenten sei die Anweisung gegeben worden: „Öffnet die Koffer erst, wenn ihr in Rumänien angekommen seid.“
Der Zeuge behauptete weiter, dass der Geldfluss über M.A. abgewickelt wurde, der als Anwalt der Struktur in Istanbul gilt. Das Geld, das heimlich in Koffern transportiert worden sein soll, sei nach der Ankunft in Bukarest an die Verantwortlichen innerhalb der Struktur übergeben und so in das System eingeschleust worden.
VORWÜRFE ZU TREFFEN UND „FLUCHSITZUNGEN“ IM WOHNHEIM
G.K. äußerte sich nicht nur zu finanziellen, sondern auch zu ideologischen Aspekten des Studentenwohnheims in Rumänien. Der Zeuge behauptete, dass sich die dort untergebrachten Studenten und die Verwalter der Struktur jeden Donnerstagabend trafen und bei diesen Zusammenkünften „Fluchsitzungen“ gegen den türkischen Staat und die Regierung abhielten.
G.K. berichtete in seiner Aussage, dass er bei einem Besuch der Döner-Kette, an der er beteiligt war, zu einem Arbeitsplatz mit der Aufschrift „Süleymaniye Eğitim Kültür Vakfı“ (Süleymaniye Bildungs- und Kulturstiftung) geführt wurde. Dort seien etwa 15 türkische Geschäftsleute anwesend gewesen, und er habe dort Pakcan kennengelernt. Der Zeuge gab an, mit Studenten im Wohnheim gesprochen zu haben, wobei ein Student namens Emre Informationen über die Treffen am Donnerstag gegeben habe.
„Jeden Donnerstag treffen sich die Mitglieder der Struktur und halten eine Fluchsitzung gegen die Regierung ab.“
Ein weiterer Vorwurf des Zeugen betraf Treffen in Bolu. G.K. behauptete, dass die Villensiedlung „Binbir Evler“ in der Nähe des Dorfes Gövem in Bolu als Koordinationszentrum für die Struktur genutzt wurde und dort illegal gesammeltes Geld versteckt worden sei.
„AUF ANWEISUNG VON KURIŞ ZUR BEERDIGUNG VON GÜLEN GEREIST“
G.K. behauptete zudem, dass Pakcan auf Anweisung von Alihan Kuriş zur Beerdigung des FETÖ-Anführers Fetullah Gülen gereist sei. Der Zeuge gab an, dass dieser Umstand durch Ein- und Ausreiseregistrierungen belegt sei. In seiner Aussage betonte G.K., seine Verbindungen zu der Struktur abgebrochen zu haben, und forderte die Behörden auf, die Ermittlungen zu vertiefen.