Staatsanwalt fordert Anklage: 16-jähriges Mädchen wegen Beleidigung des Präsidenten angeklagt

Gegen ein 16-jähriges Mädchen, das im Mai wegen angeblicher Beleidigung des Präsidenten festgenommen wurde, wurde nun Anklage erhoben. Der Staatsanwalt fordert eine Bestrafung des Kindes.

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Der Präsident und AKP-Vorsitzende Recep Tayyip Erdoğan sieht sich mit einer wachsenden Zahl von Kindern konfrontiert, die wegen angeblicher Beleidigung gegen ihn festgenommen und angeklagt werden.

Wie nun bekannt wurde, wurde in Istanbul gegen ein Kind Anklage wegen des Vorwurfs der Beleidigung des Präsidenten erhoben.

Wie İsmail Arı von BirGün berichtet, wurde ein 16-jähriges Mädchen am 12. Mai auf Anweisung eines Personenschützers des Präsidenten festgenommen, weil sie angeblich den Präsidenten Erdoğan beleidigt haben soll, als dessen Konvoi vorbeifuhr.

'ICH HABE AUS ANGST REAGIERT, WÄHREND ICH AM FUSSGÄNGERÜBERGANG WARTETE'

Das Kind, das einen Tag lang in Gewahrsam war, sagte in seiner Aussage: „Ich hatte vor sechs Monaten einen Unfall. Am Tag des Vorfalls wartete ich am Fußgängerübergang, als ich aus Angst auf ein schnell herannahendes Fahrzeug reagierte. Ich wusste nicht, dass sich dort ein Staatsbeamter, einschließlich des Präsidenten, aufhalten würde. Es kommt für mich nicht infrage, einen Staatsbeamten, einschließlich des Präsidenten der Republik Türkei, zu beleidigen. Ich bin Schülerin und war bisher nicht in kriminelle Handlungen verwickelt. Aufgrund eines früheren Traumas wurde meine Reaktion missverstanden; ich habe nicht geflucht. Ich habe nur aus Angst reagiert. Als nach dem schnell vorbeifahrenden Fahrzeug der Konvoi kam und ein Beamter vor Ort eingriff, wurde mir klar, dass es der Konvoi des Präsidenten war. Ich habe nicht mit der Absicht gehandelt, eine Straftat zu begehen.“

WÖCHENTLICHE MELDEPFLICHT

Der 1. Friedensrichter in Istanbul ordnete für das 16-jährige Kind eine gerichtliche Kontrolle an, die eine wöchentliche Meldepflicht bei der Polizei sowie ein Ausreiseverbot umfasst. Am 18. August wurde die Anklageschrift gegen das Kind verfasst, das sich seit Mai wöchentlich bei der Polizei melden muss.

STAATSANWALT FORDERT STRAFE

Der Staatsanwalt erklärte, es lägen „ausreichende Beweise für die Erhebung einer öffentlichen Klage“ vor und forderte die Bestrafung des Kindes wegen Beleidigung des Präsidenten. Unterdessen wurden im vergangenen Jahr gemäß den Artikeln 299 bis 301 des türkischen Strafgesetzbuches (TCK), die unter anderem die Beleidigung des Präsidenten regeln, Ermittlungen gegen 972 Kinder eingeleitet.