Stellungnahme der TTB zu Ärzten, die den 'Wolfsgruß' zeigen

Die Türkische Ärztevereinigung (TTB) hat eine Erklärung veröffentlicht, nachdem Ärzte während einer Operation den 'Wolfsgruß' gezeigt hatten. In der Erklärung heißt es: "Es ist offensichtlich, dass die fraglichen Bilder nicht mit diesen Verpflichtungen vereinbar sind und das Vertrauen untergraben."

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Das UEFA-Disziplinarkomitee hat den Nationalspieler Merih Demiral wegen des 'Wolfsgrußes' beim Spiel gegen Österreich im Achtelfinale der EURO 2024 für zwei Spiele gesperrt.

Während die Reaktionen auf die Entscheidung zunahmen, teilten viele Nutzer in den sozialen Medien Fotos, auf denen sie den Wolfsgruß zeigen.

Zuletzt sorgte es in den sozialen Medien für große Empörung, dass Ärzte während einer Operation den 'Wolfsgruß' zeigten.

Die TTB veröffentlichte nach dem betreffenden Foto eine schriftliche Erklärung mit dem Titel 'Ärzte müssen bei der Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen ihre Neutralität wahren'. 

"SIND VON NATUR AUS FREI"

In der Erklärung wurden folgende Ausdrücke verwendet:

"In letzter Zeit werden in der Presse und in den sozialen Medien Bilder veröffentlicht, auf denen Ärzte bei der Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen verschiedene Zeichen zeigen, die ihre politische Identität zum Ausdruck bringen. Es ist natürlich, dass Ärzte, genau wie andere Mitglieder der Gesellschaft, unterschiedliche politische Ansichten und Werte haben. Ärzte sind von Natur aus frei, persönlich Stellung zur politischen Natur der Ereignisse im Land und in der Welt zu beziehen.

Dennoch sind Ärzte gemäß den Regeln der Berufsethik verpflichtet, bei der Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen ihre Neutralität zu wahren.

“Ich werde nicht zulassen, dass Alter, Krankheit oder Behinderung, Glaube, ethnische Herkunft, Geschlecht, Nationalität, politische Gesinnung, Rasse, sexuelle Orientierung, soziale Stellung oder irgendein anderes Merkmal zwischen meiner Pflicht und meinem Patienten stehen (…)” - Genfer Gelöbnis (Weltärztebund)

Darüber hinaus sind Ärzte verpflichtet, bei der Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen die Menschenwürde und die Persönlichkeitsrechte zu achten:

“Ich werde die Autonomie und die Würde meines Patienten respektieren (…)” - Genfer Gelöbnis (Weltärztebund)

“Die Wahrung der Menschenwürde während der Berufsausübung ist ebenfalls eine vorrangige Pflicht des Arztes.” - TTB-Regeln der ärztlichen Berufsethik

“Die vornehmste Aufgabe des Arztes und Zahnarztes ist es, der menschlichen Gesundheit, dem Leben und der Persönlichkeit Sorgfalt und Respekt entgegenzubringen.” - Medizinische Deontologie-Verordnung

"MÜSSEN SICH ENTHALTEN"

Wie bei allen Regeln der Berufsethik ist der Grund für die Existenz dieser Regeln, sicherzustellen, dass die Gesellschaft Vertrauen in den Beruf und die Berufsausübenden hat. Unsere Sorgfalt, die Regeln der Berufsethik und die Werte, die sie ausdrücken, sozusagen wie unseren Augapfel zu schützen, entspringt genau diesem Grund.

Da die Gesellschaft, genau wie die Ärzte, aus Individuen mit unterschiedlichen persönlichen Werten und politischen Identitäten besteht, werden Patienten nur dann bei gesundheitlichen Problemen Ärzte aufsuchen, alle Informationen bereitwillig teilen und der Beruf ordnungsgemäß ausgeübt werden können, wenn Vertrauen besteht. Aus diesem Grund müssen Ärzte bei der Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen ihre persönlichen Werte, einschließlich ihrer politischen Identität, beiseite lassen und sich von jeglichen Worten und Verhaltensweisen fernhalten, die dazu führen könnten, dass das Vertrauen sowohl in sie selbst als auch in die medizinische Institution erschüttert wird.

Es ist offensichtlich, dass die fraglichen Bilder nicht mit diesen Verpflichtungen vereinbar sind und das Vertrauen untergraben. Wir erinnern sowohl die Ärzte als auch die Institutionen, die Ärzte beschäftigen, noch einmal an den Grundsatz der 'Neutralität des Arztes', der für die öffentliche Gesundheit von äußerster Wichtigkeit ist, sowie an die Verpflichtung, das Vertrauen zu wahren."