Stellungnahme der Zafer Partisi zur Festnahme von Altaylı: Wenn wir heute nicht sprechen, wird morgen niemand mehr da sein, der spricht

Nachdem der Journalist Fatih Altaylı aufgrund von Kommentaren auf seinem gleichnamigen YouTube-Kanal festgenommen wurde, kam Kritik von der Zafer Partisi.

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Altaylı macht mit seinen Kommentaren zum aktuellen Tagesgeschehen auf seinem gleichnamigen YouTube-Kanal auf sich aufmerksam. Fatih Altaylı wurde für seine jüngsten Äußerungen auf seinem Kanal kritisiert und sogar vom Chefberater des Präsidenten, Saral, mit den Worten „Altaylı, das Wasser beginnt für dich heiß zu werden“ ins Visier genommen.

Nur Stunden nach diesem Beitrag von Saral wurde Fatih Altaylı wegen des Vorwurfs der „Bedrohung des Präsidenten“ festgenommen. Nach der Festnahme von Altaylı folgte eine bemerkenswerte Erklärung über den Social-Media-Account der Zafer Partisi.

In der Erklärung des Parteikontos hieß es:

„Die Festnahme von Fatih Altaylı markiert eine Schwelle, an der keiner von uns mehr sagen kann: ‚Ich bin nicht an der Reihe‘.

In diesem Land zu journalistieren, zu schreiben und zu sprechen gilt in dem Moment als Verbrechen, in dem man die von der Regierung gezogenen Grenzen überschreitet. Denn die Machthaber können die Idee nicht mehr zum Schweigen bringen, also ziehen sie es vor, ihren Urheber zum Schweigen zu bringen. Dies ist kein Rechtsstaat, sondern ein Vorbote eines Angstregimes.

Wir wissen: Ein zum Schweigen gebrachter Journalist ist nicht nur eine einzelne Person. Was zum Schweigen gebracht wird, ist das Recht des Volkes auf Zugang zu Fakten. Was zum Schweigen gebracht wird, ist Kritik, Hinterfragung und Denken. Und jede Stimme, die zum Schweigen gebracht wird, raubt der Legitimität der Regierung ein weiteres Stück.

Heute Fatih Altaylı, morgen jemand anderes. Denn dies ist keine Ausnahme, sondern ein System. Das Feindstrafrecht ist eine systematische Fäulnis, die den Oppositionellen als ‚Kriminellen‘, den Journalisten als ‚Bedrohung‘ und die Idee als ‚Gefahr‘ kodiert.

Wir unterstreichen: Solange keine Absicht gegen die unteilbare Integrität und die verbindenden Werte der Republik Türkei besteht, ist keine Meinung ein Verbrechen. Pressefreiheit ist nicht nur für das notwendig, was wir hören wollen, sondern auch für das, was wir nicht zu hören ertragen können.

Dies ist keine Wahl, sondern eine Haltung. Wenn wir heute nicht sprechen, wird morgen niemand mehr da sein, der spricht.“