Stellungnahme von Güler Sabancı gegenüber 12Punto zum Foto am Bahnhof Haydarpaşa

Güler Sabancı hat eine Erklärung zu dem Foto abgegeben, das ihren Besuch am Bahnhof Haydarpaşa zeigt und von 12Punto thematisiert wurde. Der aufsehenerregende Besuch von Güler Sabancı während der jüngsten Transformations- und Räumungsprozesse am Bahnhof Haydarpaşa, der vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur an das Ministerium für Kultur und Tourismus übertragen wurde, hatte zahlreiche Fragen aufgeworfen.

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Hazal Güven - 12punto.com.tr

Die historischen Bahnhöfe Haydarpaşa und Sirkeci wurden im vergangenen August durch ein unterzeichnetes Vorprotokoll für 80,5 Milliarden Lira vom Verkehrsministerium an das Ministerium für Kultur und Tourismus übertragen. Es wurde bekannt, dass das Protokoll nicht nur die historischen Bahnhofsgebäude, sondern auch die damit verbundenen Areale umfasst.

Die Übertragung des Bahnhofs Haydarpaşa an das Ministerium für Kultur und Tourismus bedeutet, dass neben dem historischen Gebäude auch die Struktur und das Fußballfeld des Demirspor-Clubs, verschiedene umliegende Restaurants und Kioske sowie die Unterkünfte der Eisenbahner übergeben werden.

Die neuen Entwicklungen rund um den Bahnhof Haydarpaşa gewannen eine andere Dimension, als 12Punto enthüllte, dass die Vorstandsvorsitzende der Sabancı Holding, Güler Sabancı, im vergangenen Juli gemeinsam mit britischen Investoren einen Besuch am Bahnhof abgestattet hatte. Das Foto warf die Frage auf: „Wird am Bahnhof Haydarpaşa, der vom Verkehrsministerium an das Ministerium für Kultur und Tourismus übertragen wurde, durch die Sabancı-Familie ein neues Galataport-Projekt realisiert?“

ANTWORT VON GÜLER SABANCI AN 12PUNTO

Nach unserem Bericht kam eine Stellungnahme der Vorstandsvorsitzenden der Sabancı Holding, Güler Sabancı, zu diesem Foto. In der schriftlichen Erklärung wurde angegeben, dass es „keinerlei Projektpläne“ gebe.

GRUND FÜR DEN BESUCH BLIEB UNGEKLÄRT

In der Erklärung von Güler Sabancı wurde zwar betont, dass sie kein Projekt realisieren würden, jedoch wurde nicht erläutert, warum sie sich gemeinsam mit den britischen Investoren am Bahnhof Haydarpaşa aufhielt oder was sie den Investoren mit den Unterlagen, die sie auf dem fraglichen Foto in der Hand hielt, mitteilte.

„RÄUMUNG INNERHALB VON 7 TAGEN“

Es wurde bekannt, dass vorerst nur die vom Vorprotokoll betroffenen Gewerbebetriebe und zwei Unterkunftsgebäude eine Aufforderung erhalten haben, die von ihnen genutzten Strukturen zu verlassen. Die Betreiber wurden aufgefordert, die Geschäfte innerhalb von 7 Tagen zu räumen. Harun Gökay, Vorsitzender der Niederlassung Istanbul Nr. 1 der Gewerkschaft der Eisenbahner (BTS), deren Meinung wir zu dem Thema einholten, erklärt jedoch: „Die Übertragung an das Ministerium für Kultur und Tourismus erfolgt schrittweise, und am Ende des Prozesses werden keine Unterkünfte mehr übrig bleiben.“ Laut Gökay werden nach Abschluss des Übertragungsprozesses nur noch die als historische Denkmäler eingestuften Unterkünfte bestehen bleiben, die jedoch ausschließlich als Büros genutzt werden sollen. Alle anderen Unterkunftsgebäude sollen abgerissen werden.

Die Gewerkschaft der Eisenbahner (BTS) hat den Fall vor Gericht gebracht. Trotz des eingeleiteten Verfahrens wurden jedoch die Räumungsaufforderungen an die beiden Unterkunftsgebäude sowie an zahlreiche Geschäfte und Betriebe verschickt. In den 70 Unterkünften leben etwa 200 bis 250 Personen. In dem fraglichen Gebiet befinden sich zudem fast 20 Gewerbebetriebe, die an Dritte vermietet sind.

CONTAINER FÜR OBDACHLOSE EISENBAHNER IN ASBESTBELASTETEM GEBIET!

Nach Abschluss des Übertragungsprozesses ist der Bau von Containern für die obdachlos gewordenen Eisenbahner vorgesehen. Es wird darüber gesprochen, dass die Eisenbahner in den Containern untergebracht werden sollen, die zweistöckig geplant sind.

Die Eisenbahner werden durch diesen Prozess jedoch nicht nur obdachlos. Sie werden gleichzeitig mit einer Asbestgefahr konfrontiert sein. Denn es ist bekannt, dass in dem Gebiet, in dem die Container errichtet werden sollen, zuvor eine hohe Asbestkonzentration festgestellt wurde.

Harun Gökay, Vorsitzender der BTS-Niederlassung Istanbul Nr. 1, äußerte sich dazu wie folgt:

„In Haydarpaşa werden etwa 70 Unterkünfte geräumt. Die Eisenbahner, die in den Unterkünften wohnen, werden dort herausgeholt. Es ist geplant, einen zweistöckigen Containerbau zu errichten. Die Mitarbeiter sollen dorthin verlegt werden. Doch an dem Ort, an dem der Containerbau geplant ist, wurde zuvor eine sehr hohe Asbestbelastung gemessen. In demselben Gebiet soll dieser Container aufgestellt werden, und die Eisenbahner werden gezwungen sein, auf einem ihnen zugewiesenen Platz von 1,25 Quadratmetern zu arbeiten. Nur die Direktoren werden geschlossene Büros haben. Der Rest wird in einem Arbeitsumfeld in Form eines Großraumbüros untergebracht.“