Stellungnahme von İlber Ortaylı zum Grand Kartal Hotel: Vorwurf der Fahrlässigkeit gegen das Ministerium
Prof. Dr. İlber Ortaylı hat sich zur Brandkatastrophe im Grand Kartal Hotel geäußert und dem Ministerium für Kultur und Tourismus Fahrlässigkeit vorgeworfen. Auf Forderungen nach einem Abriss des Hotels reagierte er mit den Worten: „Allein darüber zu sprechen, ist ein Verbrechen.“
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Der bekannte Historiker Prof. Dr. İlber Ortaylı hat sich zu dem Brand im Grand Kartal Hotel in Kartalkaya geäußert, bei dem 78 Menschen ums Leben kamen. Ortaylı reagierte scharf auf die nach der Katastrophe geäußerten Forderungen, das Hotel abzureißen, und übte schwere Kritik an den Behörden.
In einem Beitrag auf seinem Social-Media-Kanal bezeichnete Ortaylı die Tragödie als ein „Ereignis, an das sich nicht nur die Türkei, sondern die Weltöffentlichkeit mit Trauer und Entsetzen erinnern wird“. Ortaylı betonte, dass die Schicksale der Brandopfer jedem das Herz brechen würden, und erklärte: „Zwei oder drei Generationen vieler Familien waren von diesem Ereignis betroffen, ihre Leben wurden ausgelöscht.“
''SIE HABEN IHRE AUFSICHTSPFLICHT NICHT ERFÜLLT''
Ortaylı betonte, dass trotz der Behauptung des Ministeriums für Kultur und Tourismus, Brandschutzmaßnahmen seien getroffen worden, noch immer schwerwiegende Fragen offen seien. Er äußerte sich wie folgt:
„Gab es während des Brandes tatsächlich ein Löschfahrzeug vor Ort? In welchem Zustand waren die getroffenen Maßnahmen? Es ist offensichtlich, dass das Ministerium für Kultur und Tourismus seine Aufsichtspflicht nicht erfüllt hat.“
''DER ABRISS DES HOTELS BEDEUTET DIE VERNICHTUNG VON BEWEISMITTELN''
Ortaylı reagierte auf die Forderungen nach einem Abriss des Hotels mit den Worten: „Einige Stellen haben erklärt, dass das Hotel abgerissen werden sollte, um dieses unheilvolle Ereignis aus dem Blickfeld der Touristen zu entfernen. Allein darüber zu sprechen, ist ein Verbrechen. Das größte Beweismittel für das Verbrechen ist das Hotel selbst.“
Ortaylı betonte, dass das Hotel erhalten bleiben müsse, und äußerte sich zum juristischen Prozess des Vorfalls wie folgt:
„Der Prozess wird früher oder später stattfinden, Sachverständigengremien werden eingesetzt und neue Ermittlungen werden durchgeführt. Damit wir zu unserem Leben zurückkehren und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken können, müssen wir Vertrauen in die Behörden haben. Wir glauben, dass diese Punkte berücksichtigt werden.“