Strafanzeige von Student Eren Üner nach Verhaftung bei İmamoğlu-Protest

Der 23-jährige Universitätsstudent Eren Üner wurde nach einem Social-Media-Beitrag verhaftet. Üner, der angibt, während des Gewahrsams gefoltert worden zu sein, hat Strafanzeige gegen Polizeibeamte wegen fünf verschiedener Straftatbestände erstattet. Trotz ärztlicher Atteste über Misshandlungen und vorliegender Zeugenaussagen hat sich bisher kein Beamter mit ihm in Verbindung gesetzt.

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Der Universitätsstudent Eren Üner, der während der landesweiten Proteste gegen die Inhaftierung des CHP-Präsidentschaftskandidaten Ekrem İmamoğlu aufgrund eines Social-Media-Beitrags verhaftet wurde, hat Strafanzeige erstattet und angegeben, während des Gewahrsams gefoltert worden zu sein.

Es wird behauptet, dass der 23-jährige Geschichtsstudent im zweiten Semester in der Abteilung für Cyberkriminalität der Istanbuler Polizeidirektion stundenlang von Polizisten geschlagen, beleidigt und mit dem Tod bedroht wurde.

NICHT SO FEST SCHLAGEN, SCHLAGT WENIGER 

Laut der Strafanzeige von Üner war der im Rahmen der Strafprozessordnung (CMK) bestellte Anwalt I.G. von der Anwaltskammer Istanbul Nr. 2 Zeuge der Misshandlungen, griff jedoch nicht ein, sondern sagte lediglich: „Nicht so fest schlagen, schlagt weniger.“

SPUREN DER MISSHANDLUNG IN KRANKENHAUS- UND GEFÄNGNISAKTEN DOKUMENTIERT 

Der während des Gewahrsams bedrohte Üner erhielt bei seiner ersten Untersuchung im staatlichen Krankenhaus Bayrampaşa unter Druck ein Attest, das ihn als „gesund“ einstufte. Bei der Übergabe an die Justizvollzugsanstalt bemerkten jedoch die Gendarmeriebeamten die Spuren der Misshandlungen. Bei späteren Untersuchungen im Haseki-Krankenhaus wurden die Verletzungen an Üners Körper offiziell dokumentiert. Auch im Gefängnis wurden dieselben Befunde durch einen Arzt protokolliert.

5 VERSCHIEDENE VORWÜRFE GEGEN POLIZISTEN  

Die Anwälte von Üner erhoben in der bei der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft eingereichten Strafanzeige gegen die beteiligten Polizeibeamten Vorwürfe wegen „Folter“, „vorsätzlicher Körperverletzung“, „Bedrohung“, „Beleidigung“ und „Amtsmissbrauch“.

''8 MILLIONEN MENSCHEN HABEN ES GESEHEN, NIEMAND HAT GEFRAGT''

Üner, der die Misshandlungen während des Gewahrsams auf der Plattform X teilte und damit über 8 Millionen Aufrufe erzielte, erklärte, dass kein öffentlicher Amtsträger Kontakt zu ihm aufgenommen habe und sagte: „Sie haben versucht, mich durch Folter zum Schweigen zu bringen.“