Tamer Karadağlı äußert sich zu Gezi-Park-Protesten: „Ja, ich war dort, aber...“

Der Generaldirektor der Staatstheater, Tamer Karadağlı, hat sich zu seiner Teilnahme an den Gezi-Park-Protesten vor Jahren geäußert.

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Nachdem die Ermittlungen zum Gezi-Park nach 12 Jahren wieder aufgenommen wurden, wurde die Managerin Ayşe Barım verhaftet, während zahlreiche Schauspieler als Zeugen aussagten.

Tamer Karadağlı, der per Entscheidung des AKP-Vorsitzenden und Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan zum Generaldirektor der Staatstheater ernannt wurde, äußerte sich zu den Bildern, die ihn bei den Gezi-Park-Protesten zeigen, welche durch die Ermittlungen erneut in den Fokus gerückt sind. 

„JA, ICH WAR BEI GEZI, ABER...“

Im Gespräch mit der Sabah-Autorin Tuba Kalçık erklärte Karadağlı: „Ja, ich war bei Gezi. Wie Tausende andere Menschen, die damals dort waren. Aber ich habe schnell erkannt, dass es bei der Sache nicht um Bäume ging. Als ich die politische Dimension der Ereignisse sah und die Anhänger von Terrororganisationen vor Ort bemerkte, war ich kein weiteres Mal mehr dort....“

ES GIBT TAGE, AN DENEN ICH 22 STUNDEN ARBEITE

Im Interview sprach Karadağlı auch über andere aktuelle Themen. Karadağlı behauptete, dass es Tage gebe, an denen er aufgrund seiner Tätigkeit als Generaldirektor der Staatstheater 22 Stunden am Tag arbeite: „Ich habe mein Leben von Istanbul nach Ankara verlegt. Ich widme meine gesamte Zeit dem Staatstheater. Damit ich der Institution nützen kann, damit wir das Theater zu jedem bringen können... Es steckt eine enorme Arbeit dahinter, wenn wir unserem Publikum unsere Stücke präsentieren.“

„WER AUCH IMMER AN MEINER STELLE WÄRE, MÜSSTE SICH KRITIK ANHÖREN“

Zu der geäußerten Kritik sagte Karadağlı: „Ich nehme das nicht persönlich. Wer auch immer an meiner Stelle wäre, müsste sich Kritik anhören. Da mein Name bekannt ist, gibt es mehr Kritik. Ich interessiere mich ehrlich gesagt nicht dafür, was die Leute sagen. Ich mache meine Arbeit. Ich werde nicht auf jede Kritik antworten.“

„RÜCKTRITTSGERÜCHTE SIND NICHT WAHR“

Karadağlı erklärte, dass die Behauptungen über einen bevorstehenden Rücktritt nicht der Wahrheit entsprächen, und fügte hinzu:

„Der größte Klatschmechanismus bei den Staatstheatern ist das Gerücht, dass der Generaldirektor abgesetzt wird, sobald er sein Amt antritt. Das ist seit 75 Jahren so. Dieselben Gerüchte gab es auch bei Muhsin Ertuğrul und Cüneyt Gökçer. Ich finde das ganz normal. In Künstlerkreisen gab es solche Gerüchte schon immer und wird es auch weiterhin geben. Ich hatte bisher nicht das geringste Problem mit dem Ministerium. Wir arbeiten sehr harmonisch mit unserem Minister zusammen. Die Rücktrittsgerüchte sind also nicht wahr... Ich bin ein erfolgsorientierter Mensch. Ich arbeite nur, um erfolgreich zu sein. Deshalb ist es mir egal, wer was sagt.“

WAS SAGTE ER ZU DEN VORWÜRFEN DER MONOPOLISIERUNG IN DER BRANCHE?

Auf die Frage nach den Ermittlungen in der Schauspielbranche und den Vorwürfen der Monopolisierung antwortete Karadağlı: „Im Staatstheater gibt es keine Vetternwirtschaft oder Monopolisierung. Dieselben Bedingungen herrschen im Privatsektor nicht. Im Privatsektor gibt es eine Monopolisierung, das ist schon seit Jahren bekannt. Jetzt wird erst darüber gesprochen.“

„MEIN GRÖSSTER TRAUM...“

Über seinen größten Traum sagte Karadağlı: „Ich möchte die Staatstheater in mehr Länder im Ausland bringen. Besonders möchte ich sie in die USA bringen. Ich möchte ein Musical in den USA aufführen, das unsere Heimat auf die beste Weise beschreibt.“