Tochter einer buddhistischen Mutter in Artvin vom Religionsunterricht befreit
Eine buddhistische Mutter, die selbst eine Imam-Hatip-Schule absolviert hat, beantragte die Befreiung ihrer Tochter vom obligatorischen Religionsunterricht im Rahmen der Glaubensfreiheit. Die Familie kritisierte die religiös geprägten Ansätze im Bildungssystem.
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In Artvin wurde die Neuntklässlerin D.Y., die ein Gymnasium für Sozialwissenschaften besucht, auf Antrag ihrer Erziehungsberechtigten vom obligatorischen Religionsunterricht befreit. Die Familie, die angab, den buddhistischen Glauben zu praktizieren, forderte, dass stattdessen mehr Unterricht in den Bereichen Kultur, Kunst und Wissenschaft angeboten wird.
BEFREIUNGSANTRAG PER PETITION
Die Mutter von D.Y., Nesrin Ökçe, wandte sich an die Provinzdirektion für nationale Bildung in Artvin sowie an die Schulleitung und erklärte, dass ihre Tochter den buddhistischen Glauben praktiziere und daher von den obligatorischen Religionsstunden befreit werden müsse. In der Petition der Familie hieß es: „Wir fordern, dass unsere Tochter im Rahmen der Glaubensfreiheit vom Religionsunterricht befreit wird und dass sich dieser Umstand nicht negativ auf ihre Noten auswirkt.“
'ÇEDES-PROGRAMME SIND BESORGNISERREGEND'
Wie Gazete Duvar berichtet, äußerte Mutter Nesrin Ökçe ihre Kritik am hohen Stellenwert religiöser Inhalte im Bildungswesen: „Programme wie ÇEDES haben uns Sorgen bereitet. Sie verlangten von uns, unseren buddhistischen Glauben zu belegen, woraufhin wir mit einem beglaubigten Personenstandsregisterauszug antworteten. Das Bildungssystem wird ohne das Wissen der Eltern gestaltet“, sagte sie.
'ÜBERMASS AN RELIGIONSUNTERRICHT IST BESORGNISERREGEND'
Ökçe, die selbst eine Imam-Hatip-Schule besucht hat und nun den buddhistischen Glauben praktiziert, betonte, dass der obligatorische Religionsunterricht den individuellen Freiheiten widerspreche. „Das Thema Religion wurde der Initiative der Familien entzogen. Die Bildung wird durch religiöse Fächer neu gestaltet. Als Gesellschaft erleiden wir dadurch Schaden, das darf man nicht zulassen“, erklärte sie.
Ökçe rief auch andere Eltern dazu auf, ihren Widerspruch zu äußern: „Der religiöse Druck auf Kinder könnte in Zukunft zu größeren Problemen führen. Eltern sollten furchtlos ihre Stimme erheben“, sagte sie.
Nach einer Prüfung durch die Provinzdirektion für nationale Bildung in Artvin wurde entschieden, dass D.Y. vom Unterricht in Religionskultur und Ethik befreit wird. Die Familie hofft, dass dieser Prozess anderen Eltern als Beispiel dient.