Traurige Bilanz bei Frauenmorden: 150 Frauen in den ersten 6 Monaten des Jahres 2026 ermordet

Die Plattform „Wir werden Frauenmorde stoppen“ (KCDP) hat die Daten zu Frauenmorden und verdächtigen Todesfällen von Frauen für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht.

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Die Plattform „Wir werden Frauenmorde stoppen“ (KCDP) hat die Daten zu Frauenmorden und verdächtigen Todesfällen von Frauen für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Dem Bericht zufolge wurden in den ersten 6 Monaten des Jahres 150 Frauen von Männern ermordet, während 151 Frauen unter verdächtigen Umständen tot aufgefunden wurden. Das auffälligste Detail des Berichts ist, dass 61 % der Frauen in ihrem eigenen Zuhause – dem Ort, der eigentlich ihr sicherster Rückzugsort sein sollte – aus dem Leben gerissen wurden.

Die Plattform betonte, dass die Mordraten in den 4 Jahren seit dem Austritt aus der Istanbul-Konvention in die Höhe geschnellt seien, und wies darauf hin, dass die sich verschärfende Wirtschaftskrise und die Politik der Straflosigkeit den Tätern Spielraum verschafften.

"FRAUEN WURDEN MEISTENS IN IHREM ZUHAUSE UND VON IHREN NÄCHSTEN ANGEHÖRIGEN GETÖTET"

Die veröffentlichten Daten verdeutlichten einmal mehr, dass Gewalt gegen Frauen eher aus dem familiären Umfeld und von engsten Verwandten ausgeht als von Fremden:

Die Täter sind Männer aus dem engsten Umfeld: Von den 150 ermordeten Frauen wurden 64 (43 %) von ihrem Ehemann, 17 von ihrem Lebensgefährten, 10 von ihrem Ex-Ehemann und 4 von ihrem Ex-Lebensgefährten getötet. Insgesamt wurden 95 Frauen Opfer von Männern, mit denen sie ihr Leben teilten oder von denen sie sich getrennt hatten.

Zuhause ist nicht sicher: 92 Frauen (61 %) wurden in ihrem eigenen Zuhause ermordet. Bei den Tatorten außerhalb des Hauses waren Straßen (17 Frauen) und Autos (8 Frauen) am häufigsten betroffen.

Häusliche Gewalt: 10 Frauen wurden von Verwandten, 9 von ihrem Vater, 6 von ihrem Sohn und 2 von ihrem leiblichen Bruder aus dem Leben gerissen.

MORDMOTIVE UND DIE DOMINANZ DER WIRTSCHAFTSKRISE

Der Bericht, in dem darauf hingewiesen wird, dass Frauen zur Zielscheibe werden, wenn sie ihre grundlegendsten Rechte verteidigen und Entscheidungen über ihr eigenes Leben treffen wollen, enthielt folgende Details:

"17 Frauen wurden getötet, weil sie Entscheidungen über ihr eigenes Leben treffen wollten, wie etwa sich scheiden zu lassen oder sich zu trennen. 11 Frauen (7 %) wurden unter dem Vorwand der sich verschärfenden Wirtschaftskrise ermordet. Das grundlegende Problem hierbei ist jedoch nicht die wirtschaftliche Not, sondern die Tatsache, dass die Krisenbedingungen von Männern als Vorwand genutzt werden, um ihre Kontrolle und Unterdrückung über Frauen zu legitimieren."

Bei 117 der ermordeten Frauen (78 %) konnte das Motiv für den Mord nicht festgestellt werden.

GEWALT, DIE TROTZ SCHUTZANORDNUNGEN NICHT GESTOPPT WERDEN KANN

Im Bericht wurden die Schwachstellen der staatlichen Schutzmechanismen und die Mängel in den Gerichtsverfahren anhand von statistischen Daten kritisiert:

Von den 150 ermordeten Frauen hatten 8 zum Zeitpunkt ihrer Ermordung einen aktiven Schutz- oder Vorsorgebeschluss gemäß dem Gesetz Nr. 6284.

Im ersten Halbjahr wurden 15 Frauen von Männern getötet, die bereits polizeilich bekannt waren oder ein Vorstrafenregister hatten. Die Plattform argumentierte, dass Amnestieregelungen den Tätern von Gewalt erneut Spielraum verschafften.

68 der ermordeten Frauen hatten Kinder, 2 Frauen waren zum Zeitpunkt ihrer Ermordung schwanger.

VERDÄCHTIGE TODESFÄLLE WERDEN DURCH KAMPF AUFGEKLÄRT

Die Plattform unterstrich, dass die 151 verdächtigen Todesfälle von Frauen im ersten Halbjahr 2026 sorgfältig untersucht werden müssten. Es wurde daran erinnert, dass 12 verdächtige Todesfälle, die in der Vergangenheit als "Selbstmord" oder "Unfall" registriert wurden, infolge hartnäckiger juristischer Kämpfe als Frauenmorde entlarvt werden konnten. Die Erklärung endete mit dem Appell: "Frauenmorde zu stoppen ist nur möglich durch eine Politik, die nicht die Familie, sondern das Recht der Frauen auf Leben in den Mittelpunkt stellt, durch die kompromisslose Anwendung des Gesetzes 6284 und durch die Rückkehr zur Istanbul-Konvention."