Türkisch-amerikanische Gemeinschaft kritisiert Netflix wegen 'Famagusta'
Die türkisch-amerikanische Gemeinschaft in den USA hat mit Empörung auf die Ankündigung reagiert, dass die in Zusammenarbeit zwischen Griechenland und der Republik Zypern produzierte Serie "Famagusta" auf der digitalen Plattform Netflix ausgestrahlt werden soll.
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Einige Organisationen und zivilgesellschaftliche Aktivisten der türkisch-amerikanischen Gemeinschaft äußerten gegenüber der Plattformleitung ihren Unmut, nachdem bekannt wurde, dass die Serie "Famagusta", deren Handlung in der Stadt Gazimağusa in der Türkischen Republik Nordzypern spielt, "am 20. September auf Netflix veröffentlicht wird". Sie betonten dabei, dass die Serie "nicht mit den historischen Fakten übereinstimmt".
Der Vorsitzende der Turkish American Security Foundation (TASFO), Fatih Özonur, erklärte in den sozialen Medien: "Wir verurteilen Netflix für die Entscheidung, die Serie 'Famagusta' auszustrahlen, welche die türkische Armee als Besatzungsmacht darstellt und die von der Terrororganisation EOKA auf der Insel Zypern ermordeten Türken ignoriert."
Özonur erinnerte daran, dass Netflix bereits zuvor den Gründer der Republik Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, ins Visier genommen habe, und erklärte, die digitale Plattform verfolge eine "türkeifeindliche, rassistische Haltung, die die griechische und armenische Diaspora unterstützt".
TASFO-Vorsitzender Özonur rief die Mitglieder der türkisch-amerikanischen Gemeinschaft dazu auf, gegen diese Haltung von Netflix zu protestieren, mit den Worten: "Vergesst nicht: Wer den Unverschämten nicht sofort die Stirn bietet, wird es in Zukunft mit Tyrannen zu tun bekommen."
Özonur verwies zudem auf historische Fakten und teilte einen Ausschnitt aus der Ausgabe der Washington Post vom 17. Februar 1964, in der berichtet wurde, dass "zyprisch-griechische Fanatiker eine Politik des Völkermords verfolgen".
NETFLIX AN SEINE VERANTWORTUNG ERINNERT
Der Aktivist İbrahim Kurtuluş, eine prominente Persönlichkeit der türkisch-amerikanischen Gemeinschaft, drückte seine "tiefe Besorgnis" in einem Brief an den Hauptsitz der digitalen Plattform in Kalifornien aus, nachdem die Ankündigungen zur Ausstrahlung der Serie "Famagusta" auf Netflix bekannt wurden.
Kurtuluş schrieb in seinem Brief: "Als börsennotiertes Unternehmen, das an der NASDAQ gelistet ist, trägt Netflix die Verantwortung dafür, sicherzustellen, dass die verbreiteten Inhalte korrekt und ausgewogen sind, insbesondere bei sensiblen und historischen Themen, die die öffentliche Wahrnehmung und internationale Beziehungen beeinflussen können."
Kurtuluş erinnerte daran, dass die Zypern-Friedensoperation eine rechtmäßige Maßnahme war, um die Annexion Zyperns an Griechenland infolge eines von der griechischen Junta auf der Insel organisierten Putsches zu verhindern. Er betonte, dass die Türkei dieses Recht durch ein Abkommen erworben habe, das sie 1960 persönlich mit Großbritannien und Griechenland unterzeichnet hatte.
Der türkische Aktivist sagte: "Dieser Eingriff war keine Besatzung, wie der Film suggeriert, sondern eine notwendige und rechtmäßige Antwort auf die unmittelbare Bedrohung, der das türkisch-zyprische Volk gegenüberstand."
Kurtuluş hielt in seinem Brief weiter fest:
"Darüber hinaus ignoriert die Serie 'Famagusta' das Leid, das die Zyperntürken in dieser Zeit erfahren haben, vollständig. Der Schmerz und der Verlust vieler Familien, deren Angehörige während der Konflikte getötet und in Massengräbern verscharrt wurden, sind eine tragische Realität, die anerkannt werden muss. Die Vereinten Nationen haben sich bemüht, die Verstorbenen zu identifizieren und ordnungsgemäß umzubetten, in der Hoffnung, Heilung und Verständnis zwischen den beiden Seiten zu fördern."
ANKÜNDIGUNG AM 26. AUGUST
Dass der Regisseur von "Famagusta", Andreas Georgiou, die Nachricht, dass die Serie am 20. September auf Netflix ausgestrahlt wird, am 26. August bekannt gab, stieß ebenfalls auf Kritik.
Nutzer sozialer Medien kommentierten, dass Georgiou dieses Datum gewählt habe, da es mit dem Tag zusammenfällt, an dem der Sieg von Malazgirt, der den Türken die Tore Anatoliens öffnete, gefeiert wird, sowie mit dem Beginn der "Großen Offensive" (Büyük Taarruz), die mit der Flucht der griechischen Armee bis zum Ägäischen Meer endete.
Die Produktion "Famagusta", deren Veröffentlichung mit dem 50. Jahrestag der Zypern-Friedensoperation zusammenfällt und von der bisher 16 Folgen auf einem griechischen Fernsehsender ausgestrahlt wurden, behandelt die Ereignisse in der Stadt Gazimağusa während der Zypern-Friedensoperation von 1974, die von der Türkei zur Unterstützung der Türken auf der Insel durchgeführt wurde. Die Serie nutzt dabei eine Erzählweise, die auf den Behauptungen der griechischen Seite basiert, welche nicht mit den historischen Fakten übereinstimmen.