Türkischer Manager eines Flughafens in Somalia festgenommen: Sexuelle Belästigung von 4 Frauen

Ertuğrul Karaferiyeli, der Personalchef des türkischen Unternehmens Favori Airports, das den Aden Adde International Airport in der somalischen Hauptstadt Mogadischu betreibt, wurde wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung von vier somalischen Mitarbeiterinnen festgenommen.

12punto

Das türkische Unternehmen Favori Airports, das zur Kozuva Holding gehört, betreibt seit 2013 den Aden Adde International Airport in Somalia.

Wie das Nachrichtenportal Serbestiyet berichtet, wurde Ertuğrul Karaferiyeli, der Personalchef von Favori Airports am Flughafen in Mogadischu, unter dem Vorwurf festgenommen, vier somalische Mitarbeiterinnen sexuell belästigt zu haben.

Die somalische Generalstaatsanwaltschaft erklärte, dass Ertuğrul Karaferiyeli beschuldigt wird, somalische Angestellte des Unternehmens sexuell belästigt, bedroht und seine Position missbraucht zu haben.

EIN WEITERES VERFAHREN WEGEN DES GLEICHEN VORWURFS LÄUFT BEREITS

Medienberichten aus Somalia zufolge haben vier Mitarbeiterinnen des Unternehmens Anzeige gegen den Personalchef Ertuğrul Karaferiyeli wegen sexueller Belästigung erstattet. Zudem soll gegen Karaferiyeli bereits vor seiner Festnahme ein weiteres Verfahren wegen desselben Vorwurfs gelaufen sein.

In einer Erklärung der somalischen Generalstaatsanwaltschaft hieß es, dass der türkische Staatsbürger und Personalchef der Firma Favori, Ertuğrul Karaferiyeli, festgenommen und der Justiz überstellt wurde. Ihm wird vorgeworfen, sich gegenüber somalischen Staatsbürgern unsittlich verhalten, sie bedroht, ihre Position missbraucht und gegen arbeitsrechtliche sowie ethische Verhaltensregeln verstoßen zu haben.

Das Gericht nahm die von der Staatsanwaltschaft eingereichte Anklageschrift an und ordnete die Untersuchungshaft für den Beschuldigten an.

Der somalische Gewerkschaftsbund (FESTU), der die Vorwürfe der sexuellen Belästigung genau verfolgt, erklärte, dass das Verfahren aufgrund der Vorwürfe der sexuellen Belästigung eröffnet wurde. Zudem behauptete der Verband, dass es bereits in der Vergangenheit bei der Firma Favori zu Fällen von sexueller Gewalt und Belästigung gegenüber Mitarbeitern gekommen sei.

'SCHUTZ DURCH HOCHRANGIGE REGIERUNGSVERTRETER'

Der Verband behauptet, dass das Unternehmen Unterstützung von hochrangigen Vertretern der somalischen Regierung erhalte, um frühere Vorwürfe zu vertuschen. In der Erklärung heißt es: „Der internationale Flughafen von Mogadischu ist zu einem Ort geworden, an dem die Arbeitnehmerrechte, insbesondere der Schutz vor sexueller Gewalt und Belästigung, regelmäßig mit Füßen getreten werden. Der Schutz der Arbeitnehmer wird weiterhin ignoriert, und FAVORI kann die Gesetze so offen missachten, dank des Schutzes, den sie von einigen hochrangigen Regierungsvertretern erhalten, die diese Verbrechen vertuschen und reinwaschen.“

FESTU-Generalsekretär Omar Faruk Osman erklärte dazu:

‘‘Dieser Fall ist ein Symbol für die systematischen Missbräuche, die bei FAVORI zugelassen wurden, und für den breiteren Kontext der Straflosigkeit, der sich in der somalischen Gesellschaft ausbreiten konnte. Unsere Haltung ist klar: Niemand steht über dem Gesetz. Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Wir fordern Rechenschaft und Gerechtigkeit für die somalischen Arbeiter. Wir fordern die somalischen staatlichen Institutionen auf, ihren Verpflichtungen im Rahmen internationaler und nationaler Zusagen nachzukommen.

Der Kampf für Gerechtigkeit und die Würde der somalischen Arbeiter ist ein Kampf für die Seele der Nation. In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB) und der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) hat die FESTU eine offizielle Beschwerde bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gegen FAVORI eingereicht. Dieser Fall befindet sich derzeit im Ermittlungsstadium. Dass FAVORI weiterhin somalische Gesetze und internationale Arbeitsstandards missachtet, muss mit der vollen Härte der rechtlichen Konsequenzen beantwortet werden.”