TÜİK veröffentlicht bittere Bilanz: 'Geburtenraten unter kritischer Schwelle'

Die zusammengefasste Geburtenziffer in der Türkei ist auf ein historisches Tief von 1,42 Kindern gesunken. Seit nunmehr 9 Jahren liegt die Türkei unter der Reproduktionsschwelle von 2,1, die für den Erhalt der Bevölkerungszahl notwendig ist.

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Das Türkische Statistikinstitut (TÜİK) hat die Geburtenstatistiken für das Jahr 2025 veröffentlicht. Die zusammengefasste Geburtenziffer in der Türkei ist auf ein historisches Tief von 1,42 Kindern gesunken. Da die Türkei seit nunmehr 9 Jahren unter der Reproduktionsschwelle von 2,1 liegt, schlagen die Zahlen weiterhin Alarm.

Die demografische Krise, die die Zukunft der Türkei bedroht, verschärft sich von Jahr zu Jahr. Laut den Daten des TÜİK wurden im Jahr 2025 insgesamt 895.374 lebend geborene Kinder registriert. Von den im vergangenen Jahr geborenen Babys waren 51,4 Prozent Jungen und 48,6 Prozent Mädchen.

''HISTORISCHER RÜCKGANG HÄLT AN''

Die "zusammengefasste Geburtenziffer", die die durchschnittliche Anzahl der Kinder angibt, die eine Frau im Laufe ihres gebärfähigen Alters zur Welt bringen kann, lag im Jahr 2001 noch bei 2,38 Kindern und befindet sich seit 2014 in einem kontinuierlichen Abwärtstrend. Im Jahr 2025 ist diese Rate auf 1,42 Kinder gesunken. Dass der Wert seit 9 Jahren unter der für die Selbsterneuerung der Bevölkerung notwendigen Schwelle von 2,1 liegt, verdeutlicht einmal mehr, dass die Türkei rapide altert.

''AN DER SPITZE ŞANLIURFA, AM UNTEREN ENDE BARTIN UND IZMIR''

Betrachtet man die Provinzen, so verzeichnete Şanlıurfa mit 3,15 Kindern die höchste Geburtenziffer. Auf Şanlıurfa folgten Şırnak mit 2,53 Kindern und Mardin mit 2,23 Kindern.

Im Gegensatz dazu wurde Bartın mit 1,09 Kindern als die Provinz mit der niedrigsten Geburtenrate registriert. Nach Bartın folgten İzmir mit 1,10 Kindern sowie Eskişehir, Ankara und Zonguldak mit jeweils 1,11 Kindern als die Provinzen mit den geringsten Geburtenraten.

''ROHGEBURTENRATE HAT SICH HALBIERT''

Auch bei der Rohgeburtenrate, die die Anzahl der Lebendgeburten pro tausend Einwohner angibt, gab es einen besorgniserregenden Rückgang. Die Rohgeburtenrate, die im Jahr 2001 bei 20,3 Promille lag, fiel im Jahr 2025 auf 10,4 Promille. Mit anderen Worten: Im Vergleich zu vor 24 Jahren hat sich die Anzahl der Geburten pro tausend Einwohner nahezu halbiert.

''ADOLEZENTEN-GEBURTENRATE GESUNKEN, GEBURTENABSTÄNDE LÄNGER''

Die Fertilitätsrate bei Jugendlichen (15-19 Jahre), die die durchschnittliche Anzahl der lebend geborenen Kinder pro tausend Frauen in dieser Altersgruppe angibt, sank von 49 Promille im Jahr 2001 auf 9 Promille im Jahr 2025.

Abstand zwischen den Geburten: Der durchschnittliche Zeitraum zwischen den letzten beiden Geburten einer Mutter hat sich verlängert. Dieser Zeitraum, der im Jahr 2020 bei 4,6 Jahren lag, betrug 2025 4,8 Jahre. Während der Abstand zwischen der ersten und zweiten Geburt bei Frauen, die ihr zweites Kind bekamen, 4,3 Jahre betrug, stieg dieser Abstand bei Frauen, die ihr drittes Kind bekamen, auf 5,5 Jahre.

''TÜRKEI AUF PLATZ 11 DER EU-LISTE''

Beim Vergleich der zusammengefassten Geburtenziffern der 27 EU-Mitgliedstaaten zeigte sich, dass Bulgarien im Jahr 2024 mit 1,72 Kindern die höchste und Malta mit 1,01 Kindern die niedrigste Geburtenrate aufwies. Würde man die Türkei mit ihrer Geburtenrate von 1,42 (Daten von 2025) in die Liste der EU-Mitgliedstaaten aufnehmen, läge sie auf dem 11. Platz.