Ümit Özdağ fordert vorgezogene Neuwahlen: 'Das Volk soll an der Wahlurne entscheiden'
Der Vorsitzende der Zafer-Partei, Ümit Özdağ, übte auf einem von seiner Partei organisierten Workshop scharfe Kritik an einer Vielzahl von Themen, von der Wirtschaft bis zur Flüchtlingsfrage. Özdağ forderte vorgezogene Neuwahlen und erklärte: „Das Volk soll an der Wahlurne entscheiden.“
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Der Vorsitzende der Zafer-Partei, Ümit Özdağ, kritisierte auf dem von seiner Partei veranstalteten „Workshop für Gerechtigkeit für Rentner sowie wirtschaftliche Absicherung für Witwen und Waisen“ die wirtschaftliche Lage der Türkei und erklärte, dass die Wirtschaftskrise mittlerweile den Zustand einer „Depression“ erreicht habe.
Özdağ verwies auf die große Zahl an Rentnern, Witwen und Waisen in der Türkei und sagte, dass sich das wirtschaftliche Bild von Tag zu Tag verschlechtere. Özdağ äußerte sich wie folgt: „Wenn 80 Prozent der Gesellschaft seit acht Jahren Einkommensverluste erleiden, dann ist das keine Krise, sondern eine wirtschaftliche Depression. Diese Depression treibt nicht nur die Geringverdiener, sondern auch die Industriellen und Landwirte in den Ruin.“
„NUR EINE KLEINE GRUPPE PROFITIERT“
Özdağ wies auf die Ungerechtigkeiten bei der Einkommensverteilung hin und kritisierte scharf das System der wechselkursgeschützten Einlagen (KKM). Er betonte, dass breite Bevölkerungsschichten Schwierigkeiten hätten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, und ging auch auf die Probleme im Agrarsektor ein. „Dünger, Saatgut, Medikamente, Stroh… Alles ist importiert. Der türkische Landwirt ist verschuldet. Die Produktion ist am Ende. Dennoch ist es inakzeptabel, dass einige Bürokraten Fleisch aus dem Ausland importieren und sich damit auch noch brüsten“, sagte er.
„WENN EIN LAND 13 MILLIONEN MENSCHEN ZU VIEL HAT…“
Özdağ sprach auch das Flüchtlingsthema an, eines der meistdiskutierten Themen der Zafer-Partei, und betonte, dass die Türkei mit 13 Millionen Menschen zu viel konfrontiert sei, was Auswirkungen auf die Wirtschaft habe. „In einem Land mit 13 Millionen zusätzlichen Menschen war es unvermeidlich, dass die Mieten, Immobilienpreise und Lebensmittelkosten steigen würden“, so Özdağ. Er fügte hinzu, dass die Inanspruchnahme kostenloser Gesundheitsdienste durch Millionen von Flüchtlingen ebenfalls zulasten des türkischen Volkes gehe.
„WARUM STÖRT SIE DIE LANGLEBIGKEIT DER RENTNER?“
Özdağ reagierte auch auf die Äußerungen einiger Bürokraten über Rentner. Özdağ kritisierte: „Der Bürokrat, der sich darüber beschwert, dass Rentner zu lange leben, ist immer noch im Amt. Was haben Sie vor, die Lebensdauer der Rentner verkürzen?“
Der Vorsitzende der Zafer-Partei stellte zudem die Projekte seiner Partei für Rentner vor. Um den Wohlstand der Rentner zu erhöhen, machte Özdağ folgende Versprechen:
Die Anhebung des Rentenberechnungssatzes (ABO) auf wieder 70 %,
Die Anwendung des Wohlfahrtsanteils zu 100 % wie im alten System,
Regelungen zur Absicherung der grundlegenden Lebenshaltungskosten von Rentnern,
Der Ausbau von Modellen zur Ressourcenbeschaffung nach dem Vorbild von OYAK.
Özdağ sagte: „Ein Rentner, der ein Leben lang gearbeitet und dem Staat gedient hat, verdient ein friedliches Leben. Wir werden den Reichtum zugunsten des türkischen Volkes verteilen.“
„VORGEZOGENE NEUWAHLEN SIND UNVERMEIDLICH“
Am Ende seiner Rede richtete Özdağ einen scharfen Appell an die Regierung und wiederholte seine Forderung nach vorgezogenen Neuwahlen. „Das türkische Volk ist nicht mehr in der Lage, seine Einkaufstaschen auf dem Markt zu füllen. Trotzdem ist es ein Volk, das seinem Staat die Treue hält. Kommen Sie, lassen Sie uns vorgezogene Parlamentswahlen abhalten. Das Volk soll an der Wahlurne zeigen, ob es Ihre Gespräche mit Öcalan billigt oder nicht“, sagte er.