Untersuchung gegen Sektenführerin Yeliz Ergün: Vorwürfe von Betrug, Anstiftung zum Suizid und sexuellem Missbrauch

Yeliz Ergün, die sich als Expertin für Persönlichkeitsentwicklung und spirituelle Beraterin bezeichnet, hat mit ihren jüngsten Äußerungen in den sozialen Medien für großes Aufsehen gesorgt. Gegen Yeliz Ergün, die sich als „Anführerin der Sophia-Sekte“ präsentiert, wurde bei der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft Strafanzeige wegen Betrugs, Anstiftung zum Suizid und sexuellen Missbrauchs erstattet. Ergün hatte zuvor erklärt, sie sei in der Vergangenheit unter dem Einfluss einer freimaurerischen Sekte gestanden und habe mit diesen Erfahrungen die Sophia-Sekte gegründet.

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Yeliz Ergün, die sich als „Anführerin der Sophia-Sekte“ bezeichnet, hatte in letzter Zeit in den sozialen Medien für Aufsehen gesorgt und war auch bei prominenten Persönlichkeiten auf Kritik gestoßen. Yeliz Ergün bietet Beratung in den Bereichen spirituelle Transformation und Persönlichkeitsentwicklung an. Es heißt, dass Ergün, die sich insbesondere auf Unterbewusstseinsarbeit, Schattenidentitätsanalyse und emotionales Gleichgewicht konzentriert, ihre Anhänger sowohl durch Einzel- als auch durch Gruppenschulungen anleitet.

Yeliz Ergün, die sich selbst als „Anführerin der Sophia-Sekte, die aus einer Gedankenkontroll-Sekte hervorgegangen ist“ bezeichnet, wurde bei der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft wegen verschiedener Vorwürfe angezeigt. Zu den Vorwürfen gegen Ergün gehören Betrug, Anstiftung zum Suizid und sexueller Missbrauch. Der Anwalt der Opfer, Melih Demirer, erklärte, dass die Zahl der Anzeigen rapide steige und insbesondere Kinder Schwierigkeiten hätten, ihre Erlebnisse zu teilen.

Ergün machte in Videos, die sie auf Social-Media-Plattformen veröffentlichte, Versprechungen wie „Wie wird man reich?“, die sich insbesondere an Jugendliche unter 18 Jahren richteten. In ihren Schulungen vertrat sie die Ansicht, dass ein eigenständiges Individuum nur durch den Abbruch familiärer Bindungen möglich sei. Infolgedessen wurde behauptet, dass viele Jugendliche ihr Zuhause verließen und einige Opfer sogar in den Suizid getrieben wurden.

Das 16-jährige Opfer Z.K. berichtete der Staatsanwaltschaft, dass sie nach den Schulungen von Yeliz Ergün die Bindung zu ihrer Familie abgebrochen habe, in einem Heim untergebracht worden sei und anschließend einen Suizidversuch unternommen habe. Z.K. erklärte, dass sie aufgrund der Manipulationen von Ergün mit Gefühlen von Schuld und Unzulänglichkeit zu kämpfen hatte. Es wurde behauptet, dass Ergün in ihren Schulungen Mütter ins Visier nahm und Aussagen wie „Eure Mutter ist eure größte Feindin“ tätigte.

Das Opfer Z.K., das auch die von Yeliz Ergün gekauften Schulungsvideos an die Staatsanwaltschaft übermittelte, schilderte ihre Erlebnisse wie folgt:

Da Yeliz Ergün es so sagte, beschloss ich, von zu Hause wegzulaufen, um die Bindung zu meiner Familie zu kappen. Da ich noch nicht volljährig war, meldete ich mich selbst bei der CİMER und auf der Website der EGM. Ich habe mit der Polizei gesprochen, ich hatte ohnehin familiäre Probleme. Yeliz nutzte dies aus, nahm mein Geld unter dem Vorwand der Ausbildung und zerstörte meine Hoffnungen. Sie hat mein Leben ruiniert. Ich sagte der Polizei, dass ich in ein Heim gehen wolle, und sie brachten mich an einen Ort namens ÇÖDEM. Hier bleiben Kinder, die in ein Heim wollen, für eine gewisse Zeit, und wenn ihre Entscheidung feststeht, werden Plätze in Heimen reserviert und sie werden in Kinderheimen untergebracht. Nur wegen Yeliz habe ich schlechte Erfahrungen im Kinderheim gemacht. Nachdem ich dort war, reichte ich bei der Staatsanwaltschaft einen Antrag ein, dass ich wieder zu meiner Familie zurückkehren möchte, und kam nach 24 Tagen heraus. Nachdem ich herauskam, wurde ich depressiv und habe versucht, mich umzubringen. Mein Magen wurde ausgepumpt, mir wurde Aktivkohle verabreicht. Deshalb wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft eine gesundheitliche Schutzmaßnahme erlassen. Sie sagte: ‚Trefft euch nicht mit eurer Mutter‘. Da ich nicht volljährig war, konnte ich nicht in eine eigene Wohnung ziehen und musste mich zwangsläufig weiterhin mit ihr treffen. Sie sagte: ‚Wenn ihr euch mit eurer Mutter trefft, wird diese Ausbildung euch nichts bringen‘. Deshalb bin ich ins Heim gegangen. Um mich nicht mit meiner Familie zu treffen und weil ich Yeliz' Lehren nicht ausreichend umsetzen konnte, fühlte ich mich schuldig und unzulänglich und habe versucht, mich umzubringen.

Darüber hinaus wurde behauptet, dass Yeliz Ergün in ihren Videos auch Inhalte zur „Verherrlichung von Drogen“ verbreitete, weshalb eine separate Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft eingereicht wurde. Ergün hatte zuvor erklärt, sie sei in der Vergangenheit unter dem Einfluss einer freimaurerischen Sekte gestanden und habe mit diesen Erfahrungen die Sophia-Sekte gegründet.