Untersuchung zum Absturz des libyschen Militärflugzeugs weitet sich aus: Letztes Gespräch des Piloten bekannt geworden
Die Ermittlungen zum Absturz des Privatjets, der den libyschen Generalstabschef Mohammed Ali al-Haddad beförderte, in Ankara dauern vielschichtig an. Es wurde bekannt, dass der Pilot in seinen letzten Gesprächen mit dem Tower einen schwerwiegenden Defekt gemeldet hatte.
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Der in Malta registrierte Privatjet vom Typ Falcon 50 setzte kurz nach dem Start vom Flughafen Ankara-Esenboğa in Richtung Tripolis ein Notsignal ab.
Um 20.31 Uhr meldete der Pilot den Notfall mit einem 'PAN-PAN'-Ruf und aktivierte zwei Minuten später den '7700'-Code, den höchsten Notfallcode.
Die letzten Worte des Piloten lauteten 'Der Defekt ist sehr schwerwiegend', und um 20.38 Uhr brach der Kontakt zum Flugzeug vollständig ab.
In ersten Bewertungen nach dem Unfall liegt der Fokus auf der Möglichkeit eines technischen Defekts. Es wird vermutet, dass Probleme im elektrischen System das Gyroskop beeinträchtigt haben könnten, welches die Informationen über Lage und Richtung des Flugzeugs liefert. Es wird darauf hingewiesen, dass solche Defekte insbesondere bei Nachtflügen eine große Gefahr darstellen können.
SCHREIBER UND STIMMENAUFZEICHNUNGEN WERDEN UNTERSUCHT
Bei den Arbeiten an der Absturzstelle zur Ermittlung der Unfallursache wurden der Stimmenrekorder und der Flugschreiber gefunden. Es wurde bekannt gegeben, dass diese Geräte in einem neutralen Land untersucht werden sollen.
Darüber hinaus werden im Rahmen der Ermittlungen auch die Kameraaufzeichnungen des Flughafens Esenboğa sowie Proben aus dem Tankwagen ausgewertet.
ARBEITEN DER DELEGATION AUS LIBYEN
Nach dem Unfall führte eine 17-köpfige Delegation der libyschen Verteidigungs- und Innenministerien Untersuchungen in Ankara durch.
Die Angehörigen der verstorbenen libyschen Militärdelegation sind ebenfalls in die Türkei gereist und warten auf den DNA-Abgleich in der Rechtsmedizinischen Anstalt zur Identifizierung der Leichen.
Die libysche Regierung der Nationalen Einheit hat nach dem Unfall eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen; an der libyschen Botschaft in Ankara wurden die Flaggen auf Halbmast gesetzt. Dieses tragische Ereignis hat in beiden Ländern tiefe Trauer ausgelöst.