Urteilsverkündung im Prozess zum Anschlag am Bahnhof Ankara vertagt
Im Prozess um das Massaker, das sich am 10. Oktober durch einen IS-Anschlag am Bahnhof Ankara ereignete, ist noch kein Urteil gefallen. Die nächste Anhörung wurde auf den 1. Juli verschoben.
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Nach der Aufhebung des Urteils durch den Kassationshof wurde der Prozess gegen 26 Angeklagte, darunter 10 Inhaftierte, fortgesetzt. Ihnen wird die Beteiligung an dem Anschlag der Terrororganisation IS vor dem Bahnhof Ankara am 10. Oktober 2015 vorgeworfen, bei dem 101 Menschen ums Leben kamen.
Da kein Urteil gefällt wurde, findet die nächste Anhörung des Prozesses am 1. Juli statt.
HINTERGRUND DES PROZESSES
Die von der Generalstaatsanwaltschaft Ankara erstellte Anklageschrift zu dem Terroranschlag wurde am 13. Juli 2016 vom 4. Schwurgericht Ankara angenommen; die erste Anhörung fand am 7. November 2016 statt.
Am 3. August 2018 fällte das Gericht ein Urteil und verurteilte 9 Angeklagte wegen "Verletzung der verfassungsmäßigen Ordnung" zu jeweils einer sowie wegen "vorsätzlicher Tötung von 100 Personen" zu jeweils 100 weiteren lebenslangen Haftstrafen, insgesamt also 101-mal lebenslänglich unter erschwerten Bedingungen. Zudem wurde die Abtrennung des Verfahrens gegen die 16 flüchtigen Angeklagten beschlossen.
Gegen den Angeklagten Ekici, der wegen "Leitung einer bewaffneten Terrororganisation" zu 18 Jahren Haft verurteilt worden war, wurde zudem Strafanzeige erstattet, damit er sich auch wegen "Verletzung der verfassungsmäßigen Ordnung", "vorsätzlicher Tötung von 100 Personen" sowie wegen "versuchten Mordes" an den bei dem Terrorakt verletzten Nebenklägern verantworten muss.
Die 3. Strafkammer des Kassationshofs hob das Urteil in Bezug auf einige Angeklagte teilweise auf. Die Kammer hob auch das Urteil gegen Ekici wegen "Gründung und Leitung einer bewaffneten Terrororganisation" auf und erklärte, dass Ekici wegen "vorsätzlicher Tötung" und "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" angeklagt werden müsse.
Das 4. Schwurgericht Ankara hatte während des Verfahrens das Verfahren gegen Ekici mit dem Prozess gegen die 16 flüchtigen Angeklagten sowie mit den Verfahren gegen 9 weitere Personen zusammengelegt, wodurch die Zahl der Angeklagten auf 26 stieg.
Nachdem eine weitere Person infolge der bei dem Anschlag erlittenen Verletzungen später verstarb, erhöhte sich die Zahl der Todesopfer auf 101.