USA werden für Triebwerke der Hürjet- und Kaan-Flugzeuge angefragt
Der Journalist Murat Yetkin weist in seiner Analyse zur S-400- und F-35-Krise auf die Abhängigkeit der Türkei in der Verteidigungsindustrie hin. Yetkin betont, dass insbesondere für die Projekte Kaan und Hürjet Triebwerke aus den USA bezogen werden müssen, und stellt fest, dass Verzögerungen beim Altay-Panzer-Projekt sowie Schwierigkeiten bei der Triebwerksproduktion einen Schatten auf die heimische Verteidigungsindustrie werfen.
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Die S-400-Krise, die seit langem ein Streitpunkt zwischen der Türkei und den USA ist, und der daraus resultierende Ausschluss der Türkei aus dem F-35-Programm sind erneut in den Fokus der Agenda gerückt. Zuletzt wurde in griechischen Medien behauptet, die USA hätten der Türkei den Vorschlag unterbreitet, die S-400-Systeme auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik zu stationieren.
Obwohl behauptet wurde, dass die Türkei im Gegenzug für diesen Vorschlag wieder in das F-35-Programm aufgenommen werden könnte, hat Ankara diese Berichte dementiert. Dennoch ist bekannt, dass die Türkei selbst beim Kauf von F-16-Kampfjets auf Schwierigkeiten stößt, aber dennoch den Wunsch hegt, zum F-35-Programm zurückzukehren. Andererseits bleibt auch die Erklärung Russlands, dass es keine Zustimmung für den Versuch der Türkei gibt, die S-400-Systeme an ein Drittland zu verkaufen, ein aktuelles Thema.
Der Journalist Murat Yetkin wies in seinem Artikel, in dem er die jüngsten Entwicklungen bewertete, auf die Probleme der Türkei im Bereich der Verteidigungsindustrie hin. "Wir müssen für beide Flugzeuge Triebwerke von der US-Firma General Electric beziehen; wir benötigen die F-110-Triebwerke für die Kaan und die F-404-Triebwerke für die Hürjet, sofern der Kongress dies genehmigt. Das einzige Problem im Bereich der heimischen und nationalen Verteidigungsindustrie sind nicht nur S-400 und F-35. Die Abhängigkeit von ausländischen Triebwerksproduktionen ist eine große Quelle für Schwierigkeiten", schrieb Yetkin und betonte, dass die Triebwerke für die nationalen Kampfflugzeugprojekte der Türkei, Kaan und Hürjet, aus den USA beschafft werden müssen.
'DIE RHETORIK DER HEIMISCHEN UND NATIONALEN VERTEIDIGUNGSINDUSTRIE SPIEGELT NICHT DIE REALITÄT WIDER'
Ein weiteres Thema, auf das Yetkin aufmerksam macht, sind die Unregelmäßigkeiten beim Altay-Panzer-Projekt. Yetkin erinnerte daran, dass das Projekt im Jahr 2000 begann, und stellte fest, dass der Motor des Panzers immer noch nicht produziert werden konnte. Zwar seien durch die aus Südkorea bezogenen Motoren gewisse Fortschritte erzielt worden, doch gebe es bei der heimischen Triebwerksproduktion ernsthafte Probleme. Zudem erklärte er, dass Konflikte zwischen der AKP nahestehenden Kapitalgruppen das Projekt verlangsamt hätten.
"Die Rhetorik der heimischen und nationalen Verteidigungsindustrie spiegelt nicht die Realität wider", sagte Yetkin. Er räumte zwar ein, dass die Türkei bei unbemannten Luftfahrzeugen und bei den Seestreitkräften gewisse Erfolge erzielt habe, unterstrich jedoch, dass man bei der Triebwerksproduktion weiterhin vom Ausland abhängig sei. Yetkin erinnerte daran, dass alle Triebwerke, die in den im Rahmen des MİLGEM-Projekts produzierten Kriegsschiffen, in Atak-Hubschraubern und in der BAYKAR Akıncı verwendet werden, aus dem Ausland stammen, und sagte: "Egal wie fortschrittliche technologische Schaltkreise man entwirft, ohne die Abhängigkeit bei der Triebwerksproduktion zu überwinden, kann man nicht vollständig heimisch und national sein."