Verkehr in Istanbul beeinflusst Schneefall

Das extreme Verkehrsaufkommen und die hohe Dichte an Kraftfahrzeugen in Istanbul erhöhen die Temperaturen in der Stadt und verhindern so Schneefälle. Prof. Dr. Hüseyin Toros, Dozent an der Technischen Universität Istanbul (İTÜ), warnte Fahrer davor, ihr Fahrverhalten anzupassen, um die Umwelt weniger zu belasten.

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In Istanbul, das laut einem Bericht eines US-Unternehmens aus dem Jahr 2024 bei der Verkehrsstauung New York überholt und den ersten Platz belegt hat, verändert diese Situation auch das Klima. Prof. Dr. Hüseyin Toros, Dozent am Fachbereich Klimawissenschaften und Meteorologische Ingenieurwissenschaften der Technischen Universität Istanbul (İTÜ), erklärte die Ursache für diesen Zustand wie folgt: 


"Jeder Schadstoff, den wir in die Atmosphäre abgeben, beeinträchtigt direkt unsere Gesundheit, hat aber auch indirekte Auswirkungen. Die Landstruktur in Istanbul hat sich komplett verändert; es gibt mehr Asphalt, mehr Fahrzeuge und mehr Menschen. Jedes Fahrzeug in Istanbul ist wie ein Ofen. Aus dem Auspuff jedes Fahrzeugs gelangen Schadgase und Feinstaub in die Luft, sobald sich das Fahrzeug bewegt. Diese Partikel vermischen sich mit der Atmosphäre und verändern deren chemische Zusammensetzung. In Städten entsteht eine Kuppel, die wir als 'städtische Wärmeinsel' bezeichnen. In diesen Tagen warten alle auf Schneefall. Für Schneefall sind Temperaturen nahe oder unter 0 Grad erforderlich. Stellen Sie sich vor, die Temperatur im Zentrum von Istanbul liegt aufgrund der städtischen Wärmeinsel bei 2 Grad. Wäre die Anzahl der Fahrzeuge nicht so hoch, würde die Temperatur vielleicht auf 0 Grad sinken. Wenn es schneien sollte, fällt stattdessen Regen; der Verkehr kann den Schneefall behindern. Es gibt Studien zu diesem Thema. Wir denken nur an unseren Komfort. Die Schadstoffe, die aus dem Auspuff eines Fahrzeugs ausgestoßen werden, um irgendwohin zu gelangen, können uns kurz- oder langfristig mit verschiedenen negativen Auswirkungen konfrontieren."

'FAHRER KÖNNEN NICHT RICHTIG FAHREN'

Prof. Toros wies darauf hin, dass die Zahl der registrierten Fahrzeuge in Istanbul fast 6 Millionen erreicht habe, und fuhr fort:

"In Istanbul brauchen die Menschen für eine Strecke, die sie in einer halben Stunde zurücklegen könnten, oft 1 bis 2 Stunden. Ein Fahrzeug, das eigentlich nur eine halbe Stunde laufen müsste, läuft 2 Stunden. Je öfter ein Fahrzeug anhält und wieder anfährt, desto höher ist die Menge der emittierten Schadstoffe. Ein weiterer Punkt ist, dass wir Fahrer eigentlich nicht richtig fahren. Da ist eine rote Ampel in der Ferne. Man fährt bis zum letzten Moment schnell und tritt dann auf die Bremse, oder man gibt beim Umschalten auf Grün sofort Vollgas. Plötzliches Anhalten und Anfahren führt dazu, dass Schadstoffe nicht nur aus dem Auspuff, sondern auch durch Bremsen, Bremsbeläge und Reifen in die Atmosphäre gelangen. Wenn wir all dies zusammenzählen, erhöht der zunehmende Verkehr in Istanbul die Menge der Schadstoffe, Feinstaub und Kohlenmonoxid, die wir in die Atmosphäre abgeben."