Mann mit Heiratswunsch betrogen: 120.000 TL Schaden durch „falsche Braut“-Bande

Ein in Diyarbakır lebender Mann wurde Opfer einer „falschen Braut“-Bande, nachdem er auf Empfehlung eines Bekannten nach Iğdır gereist war, um zu heiraten. Er verlor insgesamt 120.000 Lira, darunter 70.000 Lira Brautgeld sowie weitere Ausgaben.

İHA

In Diyarbakır lebend, beschloss der 45-jährige Mehmet Nezir Çelik, der vor drei Jahren seine Frau verloren hatte, erneut zu heiraten. Am 16. Januar mietete Çelik über einen Bekannten namens Ali aus Elazığ und einen weiteren Vermittler namens Fadıl aus Van für 14.000 TL ein Fahrzeug und reiste nach Iğdır. Eine in Iğdır lebende Frau namens D.K. (34) erzählte Çelik, ihr Ehemann sei bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen und sie sei nun verwitwet. D.K. forderte daraufhin gemeinsam mit einem Mann, den sie als ihren Bruder Murat vorstellte, 100.000 TL Brautgeld von Çelik.

Als Nezir Çelik den Vermittlern mitteilte, dass 100.000 TL Brautgeld zu viel seien und er den Betrag auf 70.000 TL drücken wolle, wurde das Geld an die Vermittler und den Mann namens Murat übergeben. Nachdem Çelik Dilek mitgenommen und eine religiöse Trauung vollzogen hatte, kehrte er am selben Tag nach Diyarbakır zurück. D.K., die mit Çelik im selben Haus wohnte, kaufte sich am Morgen des zweiten Tages in einem Juweliergeschäft im Bezirk Bağlar Ohrringe und einen Ring im Wert von 21.000 Lira sowie Kleidung für 10.000 TL. Die Momente, in denen Çelik beim Juwelier gemeinsam mit ihr Ringe und Ohrringe aussuchte, wurden von einer Überwachungskamera aufgezeichnet.

Çelik schilderte den Vorfall von Anfang bis Ende wie folgt:

„Ich wohne im Stadtteil Fabrika im Bezirk Yenişehir in Diyarbakır. Ich habe ein Kind. Meine Frau ist 2021 verstorben. Damit mein Kind nicht allein bleibt und damit in unserem Haus wieder warmes Essen gekocht wird, habe ich überlegt, wieder zu heiraten. Ein Freund namens Ali aus Elazığ sagte mir, dass sie über einen Vermittler namens Fadıl aus Van eine Frau in Iğdır gefunden hätten. Wir mieteten in Diyarbakır ein Auto und fuhren nach Van, dann nach Ağrı und schließlich nach Iğdır. Dort trafen wir Dilek K. (34). Bei Dilek war jemand namens Murat, den sie als ihren ‚Bruder‘ vorstellte. Nachdem wir uns kennengelernt hatten, verlangten sie 100.000 TL Brautgeld von mir. Als ich sagte, dass dieser Betrag zu hoch sei, senkten sie das Brautgeld auf 70.000 TL. Ich gab das Geld ihrem Bruder, den sie als Murat vorstellte. Nach der Einigung vollzogen wir in Iğdır eine religiöse Trauung. Am 16. Januar brachte ich Dilek nach Diyarbakır. Dilek blieb drei Tage lang bei uns zu Hause.“

„ICH HABE DILEK IM LETZTEN MOMENT BEI DER FLUCHT AUS DEM HAUS GEFASST“

Çelik erklärte, dass Dilek K. am 18. Januar gegen 23.00 Uhr versucht habe zu fliehen und er sie im letzten Moment am Straßenrand habe stellen können: „Als Dilek bei uns war, bin ich am Morgen des zweiten Tages mit ihr ausgegangen und habe ihr Ringe, Ohrringe und Kleidung gekauft. Am 18. Januar gegen 23.00 Uhr versuchte Dilek dann, aus dem Haus zu fliehen. Ich bin sofort rausgelaufen, habe sie am Straßenrand gefasst und wieder mit nach Hause gebracht. Am Donnerstag rief ich Ali zu mir nach Hause. Er fragte Dilek: ‚Warum läufst du weg?‘ Dilek behauptete, sie habe familiäre Probleme. Ali sagte: ‚Wenn du familiäre Probleme hattest, warum hast du das nicht dort gesagt?‘ Ich sagte dasselbe und fügte hinzu: ‚Wenn ich von deinen familiären Problemen gewusst hätte, hätte ich dich nicht nach Diyarbakır gebracht.‘ Wir merkten, dass wir betrogen wurden. Am 19. Januar gegen 11.00 Uhr morgens kamen Polizisten an unsere Tür. Sie nahmen Dilek mit und brachten uns gemeinsam zur Polizeiwache. Die Polizisten sagten mir, dass Dilek verheiratet sei und zwei Kinder habe. Danach forderten sie mich auf, dorthin zu gehen, wo ich das Geld an wen auch immer übergeben hatte. Ich hatte das Geld dem Mann namens Murat gegeben, den Dilek als ihren ‚Bruder‘ vorgestellt hatte. In dieser Situation bin ich nun das Opfer. Sie haben mich betrogen“, sagte er.

ETWA 120.000 TL SIND VERSCHWUNDEN

Çelik gab an, dass er 70.000 TL Brautgeld, 21.000 TL für Ohrringe und Gold, 10.000 TL für Kleidung, 14.000 TL für das Mietfahrzeug und 3.600 TL an die Vermittler gezahlt habe. „Dass ich mir sicher war, dass sie mich betrogen haben, wurde mir klar, als mein Freund über soziale Medien jemanden mit demselben Nachnamen ausfindig machte. Wir nahmen Kontakt zu einem Mann namens Hakan auf. Er wohnte in Osmaniye. Er sagte, seine Schwester heiße Dilek und sie hätten den Kontakt zu ihr seit drei Jahren abgebrochen. Bitte, unsere staatlichen Behörden sollen diese Betrügerbande fassen. Ich habe bei der Generalstaatsanwaltschaft Anzeige erstattet. Ich hatte mir das gesamte Geld geliehen. 70.000 TL Brautgeld, 10.000 TL für Dileks Kleidung, 21.000 TL für Ohrringe und Ringe, 14.000 TL für das Mietauto nach Iğdır und 3.600 TL an die Vermittler. Ich hätte nie gedacht, dass mir so etwas passieren würde. Ich kann mich derzeit nicht aus dem Haus trauen. Mein Stolz wurde verletzt. Jeder macht sich über uns lustig“, sagte er.