Streik bei der Stadtverwaltung Kadıköy: CHP setzt ihre Wahlversprechen in den eigenen Kommunen nicht um
Nur noch wenige Stunden verbleiben bis zum Ablauf der Frist für eine Einigung in den Tarifverhandlungen zwischen der Stadtverwaltung Kadıköy und der Gewerkschaft Genel-İş, die dem Konföderation Revolutionärer Arbeitergewerkschaften (DİSK) angehört. Semra Çelebi, Vorstandsmitglied der Genel-İş-Niederlassung Nr. 1 auf der anatolischen Seite, bewertete den laufenden Prozess gegenüber 12punto.
12punto
This browser does not support the video element.
Hazal GÜVEN
Unter der Führung der DİSK läuft der Prozess für den Tarifvertrag bereits seit 6 Monaten. Die Beschäftigten der Stadtverwaltung Kadıköy konnten in den langwierigen Verhandlungen bisher keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielen.
Der Verhandlungstisch für den Tarifvertrag wird zwar kontinuierlich einberufen, doch ein Großteil der Forderungen wird weiterhin kontrovers diskutiert.
Die gesetzliche Frist zur Erzielung einer Einigung endet um Mitternacht. Die städtischen Angestellten fordern eine Anpassung ihrer Gehälter an die versprochenen Beträge sowie die Auszahlung von Überstundenvergütungen. Sollte dies nicht geschehen, werden die Arbeiter den Streikbeschluss am Gebäude der Stadtverwaltung aushängen.
"WIR ERLEBEN EINE BLOCKADE BEI FINANZIELLEN PUNKTEN"
Semra Çelebi, Vorstandsmitglied der Genel-İş-Niederlassung Nr. 1 auf der anatolischen Seite, sprach gegenüber 12punto über den aktuellen Prozess. Çelebi äußerte sich wie folgt:
Wir haben unseren Tarifvertragsentwurf vorbereitet, ein Entwurf mit 80 Artikeln, aber wir konnten bisher keine Fortschritte am Verhandlungstisch erzielen. Ein Viertel des Vertrags liegt noch auf dem Tisch. Nach Mitternacht treten wir in den Streik, der unser gesetzliches Recht ist, und wir wollen, dass dieser Streik Gehör findet, denn die noch diskutierten Punkte sind für uns von entscheidender Bedeutung...
An erster Stelle stehen dabei die Wochenendruhetage für die Außenreinigungskräfte. Zudem geht es um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen unserer Sicherheitskräfte, die im Schichtdienst arbeiten und seit zwei Jahren unter massiven Verletzungen ihrer Rechte leiden.
Es gibt Gehaltsskalen, also Bereiche, in denen unsere Kollegen je nach Beruf eingeteilt sind und entsprechend entlohnt werden, aber der Arbeitgeber ist in dieser Frage nicht auf uns zugekommen, die Vertreter der Stadtverwaltung sind nicht an den Verhandlungstisch gekommen, unsere Forderungen wurden nicht akzeptiert.
Wir erleben eine Blockade bei finanziellen Punkten wie Überstunden und Nachtzuschlägen. Unser wichtigstes Problem ist das Gehalt!
"SIE HATTEN GESAGT, DASS DER MINDESTLOHN IN IHREN KOMMUNEN 40 TAUSEND LIRA SEIN WÜRDE, WIR ERHALTEN GEHÄLTER IM BEREICH VON 20-25 TAUSEND"
Wir befinden uns in einer Phase extremer Verarmung. Wir leben in einer Zeit, in der die AKP und die MHP breite Bevölkerungsschichten in die Armut treiben, aber wir arbeiten in CHP-geführten Kommunen und die CHP hat eine eigene Finanzpolitik. Auf den öffentlichen Plätzen sprechen sie von einem Mindestlohn von 30 Tausend Lira und versprechen ihren eigenen städtischen Angestellten einen Mindestlohn von 40 Tausend Lira, aber wir erhalten bei der Stadtverwaltung Kadıköy immer noch Gehälter im Bereich von 20-25 Tausend.
Wir fordern eine ernsthafte Anpassung, aber die Angebote, die wir erhalten, sind für uns nicht akzeptabel...
In vielen Kommunen wurden nach den Kommunalwahlen Zusatzprotokolle und Anpassungen vorgenommen, aber bei der Stadtverwaltung Kadıköy wurde diese Anpassung nicht durchgeführt. Wir gehören zu den Kommunen mit den niedrigsten Löhnen...