Vollstreckungsakten in der Türkei nehmen zu: Jeder Dritte ist von Pfändung betroffen
Die Statistiken des Justizministeriums für das Jahr 2024 verdeutlichen die verheerenden Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf das Justizsystem. Die Zahl der bei den Vollstreckungs- und Konkursämtern bearbeiteten Akten hat die Marke von 32,7 Millionen überschritten. Jeder dritte Bürger ist mittlerweile von einem Vollstreckungsverfahren betroffen.
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Das Justizministerium hat die Justizstatistiken für das Jahr 2024 veröffentlicht. Die Daten zeigen auf drastische Weise, welche Belastung die gesellschaftlichen Folgen der Wirtschaftskrise für das Justizsystem darstellen.
Die Gesamtzahl der bei den Vollstreckungs- und Konkursämtern bearbeiteten Akten erreichte im Laufe des Jahres mit 32.703.968 einen Rekordwert. Im Verhältnis zur türkischen Bevölkerung bedeutet dies, dass fast jeder dritte Bürger mit einem Vollstreckungsverfahren konfrontiert ist.
3 MILLIONEN AKTEN MEHR IN SECHS JAHREN
Während die Gesamtzahl der Akten bei den Vollstreckungs- und Konkursämtern im Jahr 2018 noch bei 29.727.512 lag, stieg diese Zahl bis Ende 2024 um etwa 3 Millionen auf 32,7 Millionen an. Die Zahl der im Jahr 2024 neu eröffneten Akten wurde mit 9.798.757 registriert. Zusammen mit den aus dem Vorjahr übertragenen Akten ist die Gesamtbelastung massiv angewachsen.
DAS GEWICHT DER VOLLSTRECKUNGEN OHNE TITEL
Den Daten für 2024 zufolge besteht ein erheblicher Teil der Vollstreckungsakten aus Verfahren ohne gerichtlichen Titel, die ohne vorheriges Gerichtsurteil eingeleitet wurden. 26.843.000 Akten gelangten ohne jegliche gerichtliche Entscheidung in den Vollstreckungsprozess. Im Gegensatz dazu belief sich die Zahl der Vollstreckungsakten mit Titel, die auf einem Gerichtsurteil basieren, auf lediglich 3.813.000. Dies verdeutlicht, dass der Großteil der Schulden direkt in das Vollstreckungsstadium übergeht, ohne die Gerichte zu erreichen.
In den letzten sieben Jahren neu eröffnete Vollstreckungsakten:
2018: 9,3 Millionen
2019: 9,8 Millionen
2020: 6,7 Millionen
2021: 8,3 Millionen
2022: 9 Millionen
2023: 14 Millionen
2024: 9,7 Millionen