Vorbereitungen für eine Strafvollzugsreform bei AKP und MHP: Vorzeitige Entlassung im Gespräch
Im anlässlich des 25-jährigen Bestehens der AKP erstellten Visionsdokument wurde signalisiert, dass die Straf- und Vollzugsgesetzgebung überarbeitet werden soll. Im Regierungslager stehen neben Bewährungsauflagen, bedingter Entlassung und Bedingungen für eine vorzeitige Haftentlassung auch die Vereinfachung unterschiedlicher Praktiken im Vollzugssystem auf der Agenda.
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Im anlässlich des 25-jährigen Bestehens der AKP erstellten Visionsdokument wurde die Botschaft für eine neue Regelung der Straf- und Vollzugsgesetzgebung vermittelt. Parteikreisen zufolge wird erwartet, dass die Themen im Bereich der Justiz nach der Eröffnung der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) schrittweise auf die Tagesordnung kommen.
Es wird darauf hingewiesen, dass nach dem Rahmen-Gesetz, das im Rahmen der von der Regierung als „Terrorfreies Türkiye“ bezeichneten zweiten Öffnung vorbereitet wurde, auch das Strafvollzugssystem neu bewertet werden könnte.
Wie die Türkiye Gazetesi berichtet, liegt der Fokus bei AKP und MHP auf der Vereinfachung unterschiedlicher Praktiken im Vollzugsregime sowie auf der Beseitigung von Ungleichheiten, die bei Verurteilten mit ähnlichen Strafmaßen entstanden sein sollen.
THEMEN BEREICHSBEWÄHRUNG UND VORZEITIGE ENTLASSUNG
Quellen aus der AKP betonten, dass man Wert darauf lege, das Strafvollzugsgesetz „einfacher, gerechter und gleichberechtigter“ zu gestalten. In den Bewertungen der Juristen der Partei kam die Ansicht auf, dass Personen, die zum ersten Mal straffällig geworden sind und bei denen davon ausgegangen wird, dass sie nicht erneut straffällig werden, im Rahmen von Bewährungsauflagen und bedingter Entlassung vorzeitig aus der Haft entlassen werden könnten.
Der stellvertretende MHP-Vorsitzende Feti Yıldız hatte bereits zuvor darauf hingewiesen, dass das Strafvollzugsgesetz zu einem „Flickenteppich“ geworden sei und Reformbedarf bestehe. Yıldız hatte erklärt: „Von nun an werden definitiv Änderungen am Gesetz über politische Parteien, am Wahlgesetz und am Strafvollzugsrecht vorgenommen werden.“
Im Visionsdokument der AKP findet sich folgende Aussage dazu, nach welchen Prinzipien die Regelungen behandelt werden sollen:
„Die Straf- und Vollzugsgesetzgebung wird im Einklang mit den Prinzipien der Abschreckung, der Billigkeit, des Opferschutzes und der Wiedereingliederung des Verurteilten in die Gesellschaft behandelt werden.“