Vorwurf des Kindesmissbrauchs in einer 'Kita' des Muftiamtes: 'Geh doch zum Präsidenten, uns passiert nichts...'

In einem Koran-Kurs in Istanbul-Avcılar, der sich als "Kindertagesstätte" ausgab, soll es zu sexuellem Missbrauch und körperlicher Gewalt gegen 3- bis 4-jährige Kinder gekommen sein.

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In einem Koran-Kurs in Istanbul-Avcılar, der sich als "Kindertagesstätte" ausgab, haben Vorwürfe über sexuellen Missbrauch und körperliche Gewalt gegen 3- bis 4-jährige Kinder für Empörung gesorgt. Während behauptet wird, dass Verantwortliche des Muftiamtes versucht hätten, den Skandal zu vertuschen, wurde auch Strafanzeige gegen einen Polizisten erstattet, der die Mutter bedroht haben soll.

Die Vorwürfe, dass Kinder im Alter von nur 3 und 4 Jahren im Koran-Kurs der Hazreti-Ebubekir-Moschee in Istanbul-Avcılar sexuellem Missbrauch, körperlicher Gewalt und Misshandlungen ausgesetzt waren, wurden nun vor Gericht gebracht. Die Mutter, eine Psychologin namens A.A., erklärte, dass ihr Kind in der Einrichtung schwere Traumata erlitten habe, und reichte bei der Generalstaatsanwaltschaft Küçükçekmece Strafanzeige ein. Die Strafanzeige enthält zudem schwere Vorwürfe gegen Verantwortliche des Bezirksmuftiamtes, denen vorgeworfen wird, zu dem Skandal geschwiegen und versucht zu haben, den Vorfall zu vertuschen.

"Geh doch zum Präsidenten, uns passiert nichts"

Die Mutter A.A., die den schrecklichen Prozess gegenüber Büşra İlaslan von Odatv schilderte, gab an, ihr 4-jähriges Kind dort angemeldet zu haben, nachdem ihr versichert wurde, dass der Kurs sowohl dem Bildungsministerium unterstehe als auch nach dem Lehrplan des Diyanet unterrichte. Der Vorfall kam ans Licht, nachdem ihr Kind nach einiger Zeit mit Kratzspuren und Rötungen am Körper nach Hause zurückkehrte. Laut Angaben der Mutter erzählte das kleine Kind, dass der Lehrer den Missbrauch mit seinem Mobiltelefon aufgezeichnet habe, und beschrieb das Erlebte mit den Worten:

"Sie werfen uns den Hunden vor, Mama, sag es bloß niemandem..."

Die Mutter berichtete, dass sie von der Schulleitung und dem Lehrer auf ihre Nachfrage hin die Antwort erhalten habe: "Das sind Spiele, das gefällt den Kindern sehr." Als sie ankündigte, Anzeige erstatten zu wollen, sei sie mit den Worten "Geh doch zum Präsidenten, uns passiert nichts" bedroht worden.

''VORWURF DER 'STRAFVEREITELUNG' GEGEN VERANTWORTLICHE DES MUFTIAMTES''

In der nach der gerichtlichen Einleitung des Falls erstellten Klageschrift wurde betont, dass die verdächtige Lehrerin Z.Ç. ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sei. Es wird behauptet, dass der stellvertretende Bezirksmufti von Avcılar und der Bezirksmufti von Avcılar, denen der Vorfall gemeldet wurde, versucht hätten, die Tat zu vertuschen, indem sie sagten: "Bauscht die Sache nicht auf", anstatt die Verdachtsmomente auf sexuellen Missbrauch und Gewalt den Justizbehörden zu melden. Die Mutter A.A. hat sich zudem über das CİMER-System an das Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet) und das Ministerium für Familie und Sozialdienste gewandt, um eine verwaltungsrechtliche Untersuchung einzuleiten.

''BILDUNGSBETRIEB AUSSETZEN''

Während der Tatzeitraum in den Gerichtsakten als "Dezember 2025 und davor" festgehalten wurde, forderten die Anwälte, die Videoaufzeichnungen der Einrichtung unverzüglich sicherzustellen, um eine mögliche Beweisvernichtung zu verhindern. Zudem wurde beantragt, die verdächtige Lehrerin und die Leitung sofort vom Dienst zu suspendieren und den "Bildungsbetrieb" in der Einrichtung bis zum Abschluss der Ermittlungen auszusetzen, um zu verhindern, dass weitere Kinder irreparablen Schaden erleiden.

''STRAFANZEIGE WEGEN 'BEDROHUNG' GEGEN POLIZISTEN, DER VON ANZEIGE ABBRINGEN WOLLTE''

Während die Ermittlungen andauerten, kam es bei Gericht zu einer zweiten Krise. Die Mutter A.A. erstattete auch Strafanzeige gegen einen Polizeibeamten, der sie telefonisch kontaktiert, behauptet habe, die verdächtige Lehrerin zu kennen, und versucht habe, sie von ihrer Anzeige abzubringen. Die Mutter gab an, der betreffende Beamte habe sie beleidigt und mit folgenden Worten bedroht:

"Du hast dein Kind in eine Glaskugel gesteckt, ihr lügt. Wenn du die Anzeige nicht zurückziehst, könnte dir das Kind weggenommen werden."