Was ist Disposophobie?

In Bursa leistete der 68-jährige Feyzullah Yasa Widerstand gegen Reinigungsteams der Stadtverwaltung, die seine zur „Messie-Wohnung“ verkommene Bleibe säubern wollten. Er bedrohte die Mitarbeiter mit einem Messer und verletzte den Polizisten T.K., der ihn zur Vernunft bringen wollte, am Arm. Messie-Wohnungen sorgen in letzter Zeit häufig für Schlagzeilen. Doch was genau ist diese als „Messie-Syndrom“ bekannte Disposophobie?

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In Bursa, im Stadtteil Tayakadın des Bezirks Osmangazi, trafen heute gegen 11.00 Uhr Mitarbeiter der Reinigungsabteilung der Stadtverwaltung Osmangazi an einer Adresse in der Ürünlü-Straße ein, nachdem eine Meldung über eine „Messie-Wohnung“ in einem zweistöckigen Haus eingegangen war. 

Der Hausbesitzer Feyzullah Yasa, der die städtischen Mitarbeiter vor seiner Tür sah und bei dem psychische Probleme vermutet werden, nahm ein Messer zur Hand, bedrohte das Team und verweigerte den Zutritt. Auf die Meldung der Teams, die das Gebäude nicht betreten konnten, wurden Polizeikräfte zum Einsatzort entsandt. Yasa stach dem Polizisten T.H., der versuchte, ihn zur Öffnung der Tür zu bewegen, während dieser die Tür öffnen wollte, in den Arm. 

Während Verstärkung in das Gebiet geschickt wurde, wurde der verletzte Polizeibeamte nach einer Erstversorgung durch Rettungskräfte in das Bursa Yüksek İhtisas Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus eingeliefert und dort behandelt.

Die Polizeieinheiten versuchten, den weiterhin Widerstand leistenden Feyzullah Yasa durch den Einsatz von Pfefferspray durch ein zerbrochenes Fenster außer Gefecht zu setzen. Yasa kam mit dem Messer in der Hand nach draußen und griff die Einsatzkräfte erneut an. Nachdem ihm das Messer aus der Hand gefallen war, wurde Yasa festgenommen und vorsorglich in das staatliche Krankenhaus Çekirge gebracht. Eine Untersuchung zu dem Vorfall wurde eingeleitet.

WAS IST DIESE DISPOSOPHOBIE?

Nach dem Vorfall ist das „Messie-Syndrom“ erneut in den Fokus gerückt. 

Abgelaufene Zeitungen, Zeitschriften, leere Flaschen, alle Arten von Plastikgegenständen, Tüten, Verpackungen, alte Kleidung, defekte Gegenstände…

Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Dinge wegzuwerfen, die normalerweise in den Müll gehören, Ihr Zuhause damit füllen und sich nicht beherrschen können, könnten Sie an „Disposophobie“ leiden. 

Das zwanghafte Horten, das Messie-Syndrom, Disposophobie oder auch als „Hoarding Disorder“ bekannt, beschreibt den Zustand, bei dem ungesunde oder ungenutzte Gegenstände ungeachtet ihres tatsächlichen Wertes nicht entsorgt werden können, mit der Begründung, sie könnten in der Zukunft eines Tages noch nützlich sein.

Experten zufolge muss eine Person, um als „Messie“ eingestuft zu werden, alle unnötigen Gegenstände, die man als Müll bezeichnen könnte, in einem solchen Ausmaß anhäufen, dass der Lebensraum eingeschränkt wird, und unfähig sein, sich von diesen zu trennen.

Verschiedenen Quellen zufolge tritt das Messie-Syndrom in der Türkei bei etwa 3 Prozent und weltweit bei etwa 6 Prozent der Bevölkerung auf.