Was steckt hinter Süleyman Soylus Dienstwagen- und Immunitätsvorstoß? Vorwurf der unrechtmäßigen Überwachung
Hinter dem Schritt des ehemaligen Innenministers Süleyman Soylu, seinen Dienstwagen zurückzugeben und beim türkischen Parlament (TBMM) einen Antrag auf Aufhebung seiner parlamentarischen Immunität zu stellen, soll laut Berichten ein Ermittlungsverfahren gegen ihm nahestehende Polizeibeamte stecken.
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Der ehemalige Innenminister und AKP-Abgeordnete für Istanbul, Süleyman Soylu, sorgte im Innenministerium für eine Krise, als er die ihm zugewiesenen drei Dienstwagen vor einem Gebäude des Ministeriums abstellen ließ.
Anschließend reichte Soylu beim türkischen Parlament (TBMM) einen Antrag auf Aufhebung seiner parlamentarischen Immunität ein, mit der Begründung, er sehe sich einer „Kampagne zur Diskreditierung“ ausgesetzt. Die Hintergründe dieser aufeinanderfolgenden Schritte Soylus sind nun bekannt geworden.
Wie Can Bursalı von Gazete Duvar berichtet, wird in Sicherheitskreisen und politischen Kulissen vermutet, dass einer der Gründe für Soylus Vorgehen ein im vergangenen Mai eingeleitetes Ermittlungsverfahren ist. Dieses Verfahren soll aufgrund des Vorwurfs eingeleitet worden sein, dass Mustafa Çalışkan, der während Soylus erster Amtszeit als Innenminister als Polizeipräsident von Istanbul tätig war, sowie dessen Familie unrechtmäßig überwacht und abgehört wurden.
DER ERMITTLER IST EIN BEKANNTER NAME
Çalışkan, der während seiner Dienstzeit in Istanbul kein gutes Verhältnis zu Soylu hatte, sagte in einem Interview während der Zeit, als der Anführer einer organisierten kriminellen Vereinigung, Sedat Peker, seine Videos veröffentlichte: „Die Gesellschaft ist von Soylus Äußerungen beunruhigt.“ Çalışkan ist derzeit als stellvertretender Generaldirektor für Sicherheit tätig. Es wird behauptet, dass Çalışkan nach seiner Abberufung als Polizeipräsident von Istanbul von einigen Polizisten, die Soylu nahestehen, beschattet wurde. Das Ermittlungsverfahren gegen diese Polizisten im Zusammenhang mit diesem Vorwurf wurde von einem Polizeidirektor 1. Klasse namens M.Ç. geführt.