Zugangssperre für drei Nachrichten-Accounts auf Antrag der Kommunikationsdirektion

Die X-Accounts von BPT, Boşuna Tıklama und Zam Haber wurden durch das 11. Friedensgericht in Ankara gesperrt. Die Entscheidung wurde auf Antrag der Kommunikationsdirektion getroffen.

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Auf Antrag der Kommunikationsdirektion des Präsidenten wurde der Zugang zu drei weiteren führenden digitalen Nachrichtenplattformen in der Türkei gesperrt. Die Entscheidung zur Einschränkung der auf der Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter) aktiven Accounts BPT, Boşuna Tıklama und Zam Haber wurde am 29. März vom 11. Friedensgericht in Ankara getroffen.

Der Verein für Meinungsfreiheit (İFÖD), der die Zugangssperre öffentlich machte, erklärte, dass der entsprechende Gerichtsbeschluss auf Antrag der Kommunikationsdirektion des Präsidenten ergangen sei.

BPT: BESCHLUSS LIEGT UNS VOR, ABER OHNE BEGRÜNDUNG

BPT Haber, das auf der Plattform X über 1,34 Millionen Follower hat, teilte dazu mit, dass die X-Verwaltung den Beschluss zwar noch nicht umgesetzt habe, der türkische Gerichtsbeschluss den Betroffenen jedoch bereits zugegangen sei.

In der Erklärung wurde kritisiert, dass die Zugangssperre ohne Angabe konkreter Gründe verhängt wurde, und es hieß weiter:

„Es ist für uns unmöglich zu akzeptieren, dass unsere zehnjährige Arbeit auf eine solch einfache, grundlose und rechtlich nicht fundierte Weise ignoriert wird. Wir sind ein in Istanbul ansässiges, institutionelles Medienunternehmen mit über 10 Mitarbeitern. Unsere gesamten Identitätsdaten liegen den staatlichen Stellen vor, und wir sind jederzeit bereit, im Falle eines möglichen Anliegens auszusagen. Dass jedoch eine solche Entscheidung getroffen wird, ohne dass wir überhaupt wissen, aufgrund welcher Nachrichten dies geschah, bedeutet eine Missachtung unserer zehnjährigen Arbeit und unseres Kampfes.“

„WIR HABEN MIT EINEM TRAUM BEGONNEN, WIR WERDEN UNSEREN RECHTSBEISTAND FORTSETZEN“

In der Erklärung von BPT wurde zudem darauf hingewiesen, dass dieses digitale Nachrichtenprojekt vor 10 Jahren von zwei damals 25-jährigen jungen Menschen gestartet wurde. Es wurde betont, dass die Zugangssperre nicht nur einen Account, sondern jahrelange Arbeit und Journalismus ins Visier nehme.

„Heute leiten wir dieses Projekt als zwei Menschen, die vor 10 Jahren mit einem Traum begannen. Es war nicht einfach, einen der größten digitalen Nachrichten-Accounts der Türkei an diesen Punkt zu bringen. Doch wir sehen, dass all diese Mühen mit einem Federstrich ausgelöscht werden sollen. Wir geben hiermit öffentlich bekannt, dass wir alle unsere rechtlichen Möglichkeiten gegen diese ungerechte Entscheidung bis zum Ende ausschöpfen werden. Wir laden alle, die für unparteiischen Journalismus, freie Information und Gerechtigkeit einstehen, dazu ein, an unserer Seite zu stehen und unserer Stimme Gehör zu verschaffen.“