Zweistufige Bestechungsoperation in Istanbul

In Istanbul wurden 46 Polizeibeamte im Rahmen von Bestechungsoperationen festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, schweren Lastkraftwagen trotz fehlender Papiere die Durchfahrt gestattet zu haben. Die Polizeibeamten wurden auf Anweisung des Istanbuler Polizeipräsidenten Zafer Aktaş vom Dienst suspendiert. In der ersten Phase der Ermittlungen wurden 59 Personen, die den Beamten Bestechungsgelder gezahlt hatten, unter gerichtlichen Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Verfahren gegen die in der zweiten Phase festgenommenen Verkehrspolizisten dauern an.

Müslim Sarıyar

Müslim SARIYAR/12punto.com.tr

Nach Hinweisen auf Bestechung, wonach hochtonnagige Lastkraftwagen von drei verschiedenen Aushubunternehmen trotz fehlender Papiere bei Kontrollen durchgewunken wurden, leiteten Teams der Raubdezernatsabteilung der Sicherheitsdirektion Ermittlungen ein. Im Zuge dieser Arbeiten wurden Spuren gefunden, die darauf hindeuten, dass insgesamt 46 Polizeibeamte und 62 Zivilpersonen in 67 Fällen in Bestechungsvorfälle verwickelt waren.

DIE ERSTEN BESTECHUNGSGEBER WURDEN FESTGENOMMEN

Nach den Feststellungen der Raubdezernatsteams wurde am 7. November der Startschuss für die erste Operation gegeben. In der ersten Phase der zweistufig geplanten Bestechungsoperation wurden 59 Zivilpersonen festgenommen. Alle Festgenommenen wurden nach ihrer Vorführung vor Gericht unter gerichtlichen Auflagen wieder freigelassen.

46 POLIZISTEN IN GEWAHRSAM

In der zweiten Phase der Bestechungsoperation, über die 12punto.com.tr gestern berichtete, wurden am Morgen des 21. November 46 Polizeibeamte festgenommen, die in die Vorfälle verwickelt sein sollen.

VERHÖRE BEI DER POLIZEI DAUERN AN

Die polizeilichen Maßnahmen gegen die 46 Polizeibeamten, die im Rahmen der vom Raubdezernat durchgeführten Bestechungsoperation festgenommen wurden, dauern an.

DIE METHODE WURDE AUFGEDECKT

Den Vorwürfen zufolge gaben die Verantwortlichen der Unternehmen, deren Fahrzeuge unvollständige Papiere hatten und die schwere Lasten transportieren wollten, die Kennzeichen der Fahrzeuge an den Besitzer eines Verwahrplatzes in Maltepe weiter.

Ebenfalls den Vorwürfen zufolge soll der Besitzer des Verwahrplatzes im Gegenzug sowohl das Geld als auch die Kennzeichen an die Verkehrspolizisten weitergegeben haben.