Illegale Wetten erreichen Schulen: Geheimbegriff unter Schülern enthüllt: 'Zucker platzen lassen'
Illegale Wetten und Glücksspiel haben Einzug in die Schulen gehalten. Experten betonen, dass dies ebenso gefährlich sei wie eine Drogensucht, während Lehrkräfte darauf hinweisen, dass das Phänomen unter Schülern in letzter Zeit "populär" geworden ist.
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Die in letzter Zeit weit verbreiteten Glücksspiele auf illegalen Wettseiten haben nun auch die Gymnasien erreicht.
Bei diesen sogenannten "Spielen", die Jugendliche der Gefahr einer Sucht aussetzen, werden zudem Ködertaktiken und Bonusmethoden eingesetzt.
Wie aus einem Bericht der Zeitung Hürriyet hervorgeht, bestätigten Schulleiter und Lehrkräfte in Istanbul auf die Frage, ob unter Kindern illegal gewettet werde, dies mit den Worten: „Ja, es ist ziemlich populär geworden.“
GEHEIMBEGRIFF 'ZUCKER PLATZEN LASSEN'
Ein Schulleiter erklärte, dass der Geheimbegriff unter Schülern für das Spielen von Slot-Automaten, wie man sie aus echten Casinos kennt, ‘Zucker platzen lassen’ lautet, während andere Schulleiter und Lehrkräfte angaben, diesen Ausdruck in den letzten Tagen immer häufiger zu hören.
Eine Lehrkraft berichtete, sie habe festgestellt, dass ein Schüler, der häufig zu spät zum Unterricht kam, nicht regelmäßig zur Schule erschien und sich vom Unterricht distanzierte, weil er ‘virtuelle Wetten’ abschloss. Dass bei Durchsuchungen in Schulen in den Geldbörsen einiger Schüler Karten gefunden wurden, die für Einzahlungen auf diese Seiten verwendet werden, gehört ebenfalls zu den Details, die den Verdacht auf virtuelle Wetten erhärten.
"AGENTUREN FÜR ERWACHSENE, DIE KONTAKT ZU GYMNASIASTEN AUFNEHMEN KÖNNEN"
Die Entwicklungspsychologin Irmak Kerimoğlu, die betont, dass diese Situation von Familien und Lehrkräften keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden darf, äußerte sich wie folgt:
„Wir müssen das Wetten auf illegalen Seiten als eine ernsthafte Sucht betrachten, genau wie eine Drogensucht. Wie bei anderen schlechten Gewohnheiten nutzen böswillige Personen, die damit Geld verdienen, auch hier die ‚Ködermethode‘. Sie geben den Kindern ‚Bonus‘-Geld, damit sie mit dem Spielen beginnen können. Es ist bekannt, dass an einige führende Gymnasiasten oder an Erwachsene, die Kontakt zu ihnen aufnehmen können, ‚Agenturen‘ vergeben werden. Wir sprechen hier von einem System, bei dem man als Verteiler fungiert, durch die Vergabe von Bonusgeldern viele Menschen an das Glücksspiel gewöhnt und dafür Provisionen erhält. Wenn ein Kind beispielsweise Aktivitäten vernachlässigt, die ihm normalerweise Spaß machen, nicht mehr so oft mit Freunden ausgeht oder nicht mehr vom Internet wegkommt, kann dies ein Warnsignal für die Familie sein. Diese Kinder müssen unter der Aufsicht eines Experten für psychische Gesundheit eine ernsthafte Suchttherapie absolvieren.“