Künstliche Intelligenz transformiert die Ingenieurausbildung: Neue Fachgebiete rücken in den Fokus
Laut Prof. Dr. Burhan Pektaş wird die Ingenieurausbildung heute maßgeblich durch Künstliche Intelligenz, Datenwissenschaft, Biotechnologie und Cybersicherheit geprägt.
12punto
Künstliche Intelligenz (KI) verändert nicht nur die Berufe in der Arbeitswelt, sondern auch die Inhalte und Methoden der Ingenieurausbildung. Prof. Dr. Burhan Pektaş, stellvertretender Dekan der Fakultät für Ingenieur- und Naturwissenschaften an der Üsküdar-Universität, erklärte, dass Ingenieurstudierende in der neuen Ära mit einer interdisziplinären Arbeitskultur, Forschungsinfrastruktur und praktischer Erfahrung ausgebildet werden müssen.
Pektaş betonte, dass die Ingenieurausbildung heute in Verbindung mit Bereichen wie Künstlicher Intelligenz, Datenwissenschaft, Biotechnologie, Neurowissenschaften und digitaler Transformation betrachtet wird. Er wies darauf hin, dass Studierende bereits während ihres Bachelorstudiums an Forschungsprojekten teilnehmen, in Laboren arbeiten und die Möglichkeit erhalten können, Lösungen für reale Probleme zu entwickeln.
Für Studierende, die Teil von Teams sein wollen, die die Technologien der Zukunft entwickeln, reicht eine fundierte theoretische Ausbildung allein nicht aus; eine interdisziplinäre Arbeitskultur, Forschungsinfrastruktur und praktische Erfahrung sind von großer Bedeutung.
Laut Pektaş bleibt technisches Wissen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz zwar eine Grundvoraussetzung, wird aber nicht mehr als allein ausreichend angesehen. Von angehenden Ingenieuren wird zudem erwartet, dass sie über analytisches Denken, Problemlösungskompetenz, kritisches Urteilsvermögen, Datenkompetenz, Teamfähigkeit und effektive Kommunikationsfähigkeiten verfügen.
Pektaş erklärte, dass Ingenieure, die die gesellschaftlichen Auswirkungen von Technologie bewerten können, besonders gefragt sein werden. Zudem gewinnen ethisches Bewusstsein, die Gewohnheit des lebenslangen Lernens und die Fähigkeit, sich schnell an verändernde Technologien anzupassen, an Bedeutung.
NEUE FACHGEBIETE RÜCKEN IN DEN FOKUS
Pektaş stellte fest, dass Künstliche Intelligenz neue Spezialisierungen im Ingenieurwesen mit sich bringt. Er prognostizierte, dass in den kommenden Jahren Bereiche wie KI-gestützte Systemtechnik, autonome Systemtechnik, KI-Sicherheit, erklärbare KI (XAI), Bioinformatik, Computerbiologie, digitale Gesundheitstechnologien, intelligente Fertigungssysteme und industrielle Datenanalyse an Bedeutung gewinnen werden.
Pektaş berichtete, dass man davon ausgehe, dass sich auch neue Fachgebiete, die aus der Schnittstelle von Cybersicherheit und KI entstehen, sowie Disziplinen, die sich auf die Mensch-Maschine-Interaktion konzentrieren, rasant entwickeln werden.
Die Üsküdar-Universität bringe Ingenieurwissenschaften mit Gesundheit, Biotechnologie und Verhaltenswissenschaften unter einem akademischen Dach zusammen, so Pektaş. Diese Struktur ermögliche es den Studierenden, sich mit aktuellen Themen wie digitalen Gesundheitsanwendungen, biologischer Datenanalyse und KI-gestützten Entscheidungssystemen vertraut zu machen.
Pektaş betonte, dass Künstliche Intelligenz und Datenwissenschaft nicht mehr nur Themen der Informatik seien; sie seien zu gemeinsamen Arbeitsfeldern für Fachbereiche wie Softwaretechnik, Elektro- und Elektroniktechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Molekularbiologie und Genetik sowie Bioingenieurwesen geworden.
Es wurde festgehalten, dass Studierende im Rahmen von Abschlussarbeiten, Forschungsprojekten, TEKNOFEST-Vorbereitungen, Laborpraktika sowie akademischen und industriellen Kooperationen Projekte in verschiedenen Bereichen entwickeln können – von KI-basierten Entscheidungsunterstützungssystemen bis hin zu Robotikanwendungen, von biologischer Datenanalyse bis hin zu Cybersicherheitslösungen.
Pektaş erklärte, dass Kooperationen zwischen Universität und Industrie dazu beitragen, dass Studierende frühzeitig mit der Branche in Kontakt kommen. Durch Praktika, Projekte und Forschungsaktivitäten bestünden Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Technologieunternehmen, Softwarefirmen, Organisationen der Verteidigungsindustrie, Unternehmen für Gesundheitstechnologien und F&E-Zentren.