Fragte Schüler: 'Trägt ein Muslim Shorts?'! Strafanzeige gegen reaktionären Lehrer

Nachdem der Lehrer Aytaç Demir von der Arif-Nihat-Asya-Grundschule im Istanbuler Stadtteil Bağcılar in Videos mit Schülern reaktionäre Äußerungen mit religiösem Bezug getätigt hatte, wurde Strafanzeige wegen Vorwürfen wie „Kindesmissbrauch“ und „Diskriminierung“ gegen ihn erstattet. Verbände kündigten an, den juristischen Prozess genau zu verfolgen.

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Gegen den Lehrer Aytaç Demir, der an der dem Bildungsministerium unterstellten Arif-Nihat-Asya-Grundschule in Istanbul tätig ist, wurde Strafanzeige wegen reaktionärer Propaganda in Videos erstattet, die er mit Schülern aufgenommen hatte.

Es wurde bekannt, dass der Klassenlehrer Aytaç Demir an der Arif-Nihat-Asya-Grundschule in Bağcılar in Videos, die er unter dem Benutzernamen „seninogretmenin“ auf der Social-Media-Plattform Instagram teilte, reaktionäre Propaganda betrieb.

Demir stellte den Schülern die Frage: „Trägt ein Muslim Shorts, zeigen wir unsere Körper so den Menschen?“ und äußerte zudem: „Das Kind eines Muslims ist immer klug und anständig. Seid ihr nicht die Kinder eines Muslims?“

Nachdem die Aufnahmen verbreitet wurden, erntete der Lehrer Demir von zahlreichen Personen, Berufsverbänden und politischen Parteien scharfe Kritik.

Der Verein „Önce Çocuklar ve Kadınlar“ (Zuerst Kinder und Frauen) und die „Türkiye Halk Temsilcileri Meclisi“ (THTM - Volksvertretung der Türkei) erstatteten bei der Staatsanwaltschaft Bakırköy Strafanzeige gegen Aytaç Demir.

„DISKRIMINIERENDES UND HERABWÜRDIGENDES VERHALTEN“

In einer gemeinsamen Presseerklärung nach der Strafanzeige wurde darauf hingewiesen, dass der Lehrer Aytaç Demir gegenüber seinen Schülern Worte und Verhaltensweisen an den Tag gelegt habe, die nicht mit pädagogischen Grundsätzen vereinbar seien, diskriminierend und herabwürdigend wirkten und die Privatsphäre der Kinder verletzten.

In der Erklärung, die insbesondere Demirs Kommentare zur Kleidung der Kinder und Fragen wie „Trägt ein Muslim Shorts?“ hervorhob, hieß es: „Die Republik Türkei ist ein demokratischer, laizistischer und sozialer Rechtsstaat. Die Vorfälle sind ein konkretes Beispiel dafür, wie versucht wird, das Bildungswesen in den letzten Jahren von der Wissenschaftlichkeit zu entfernen und zu religiös zu prägen.“

Die Anwältin Serenay Yaman, die im Namen des Vereins „Önce Çocuklar ve Kadınlar“ und der THTM sprach, äußerte sich wie folgt:

„Die Vorfälle sind ein konkretes Beispiel dafür, wie versucht wird, das Bildungswesen in den letzten Jahren von der Wissenschaftlichkeit zu entfernen und religiös zu prägen. Grundrechte wie das Wohl des Kindes, der Schutz der Privatsphäre sowie der Schutz vor Missbrauch und Vernachlässigung werden durch dieses inakzeptable Verhalten verletzt. Dass ein Lehrer seine Schüler durch sein eigenes Glaubenssystem mit religiösen Referenzen beeinflusst, ist absolut inakzeptabel.

„WIR WERDEN DEN JURISTISCHEN PROZESS VERFOLGEN“

Es ist unsere grundlegendste Aufgabe, die Rechte unserer Kinder zu verteidigen und solche Missbrauchshandlungen zu verhindern. Aus diesem Grund teilen wir der Öffentlichkeit respektvoll mit, dass wir im Rahmen der Bestimmungen des türkischen Strafgesetzbuches Strafanzeige gegen den betreffenden Lehrer erstattet haben. In unserer Strafanzeige sind unsere rechtlichen Bewertungen detailliert dargelegt, wonach die fraglichen Handlungen die Straftatbestände 'Sexueller Missbrauch von Kindern, Verletzung der Privatsphäre, Amtsmissbrauch, Speicherung personenbezogener Daten, Aufstachelung des Volkes zu Hass und Feindseligkeit oder Herabwürdigung' erfüllen.

Wir teilen der Öffentlichkeit mit, dass wir den juristischen Prozess akribisch verfolgen und die Rechte unserer Kinder bis zum Ende verteidigen werden. Wir werden unseren Kampf fortsetzen, damit alle notwendigen rechtlichen Mechanismen in Gang gesetzt werden, um solche Rechtsverletzungen zu verhindern und die Verantwortlichen zu bestrafen.“