Tappen Sie auf dem Weg zum YKS nicht in die „Angstfalle“!

Experten betonen, dass Prüfungen wichtige Wendepunkte sind, die nicht nur die akademische Kompetenz der Schüler messen, sondern auch ihre Fähigkeit, mit Stress umzugehen. Sie warnen, dass unkontrollierte Angst die Schüler daran hindern kann, ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

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Prüfungsangst sei ein mehrdimensionaler Prozess, der nicht nur den Schüler, sondern auch dessen Familie und Umfeld einbeziehe, erklärt die klinische Fachpsychologin Çağrı Akyol Çevirir: „Elternverhalten, das den Erfolg des Kindes in den Mittelpunkt stellt, ergebnisorientiert ist und Vergleiche zieht, verstärkt beim Schüler das Gefühl der Unzulänglichkeit.“ Çevirir betont, dass ein empathischer, realistischer und wertschätzender Ansatz der Eltern sowohl den akademischen Erfolg als auch die psychische Widerstandsfähigkeit stärke. Sie weist darauf hin, dass Atemübungen, positive Selbstgespräche und Techniken zur körperlichen Wahrnehmung wirksame Instrumente zur Bewältigung von Angst seien.

Die klinische Fachpsychologin Çağrı Akyol Çevirir erläuterte die Ursachen und Auswirkungen von Prüfungsangst, Methoden zur Bewältigung sowie die wichtige unterstützende Rolle der Eltern in diesem Prozess.

UNKONTROLLIERTE ANGST HINDERT SCHÜLER DARAN, IHR POTENZIAL ZU ENTFALTEN!

„Während die in diesem Prozess empfundene Angst bis zu einem gewissen Grad motivierend wirken kann, kann sie, sobald sie außer Kontrolle gerät, den Schüler daran hindern, sein Potenzial zu zeigen.“

Çevirir erklärt, dass zukunftsweisende Prüfungen wie das YKS bei Schülern hohen Stress erzeugen und zu intensiver Prüfungsangst führen können: „Diese Angst beschränkt sich nicht nur auf das Innenleben des Einzelnen. Auch Umweltfaktoren wie die Einstellung der Familie spielen in diesem Prozess eine entscheidende Rolle.“

PRÜFUNGSANGST KANN INTENSIV SEIN! 

„Diese Angst kann Auswirkungen auf mentaler, emotionaler und körperlicher Ebene haben.“ 

Çevirir betont, dass Prüfungsangst nicht mit Aufregung verwechselt werden sollte, und führt weiter aus:

„Denn während Aufregung ein motivierender und vorübergehender Reiz ist, kann Prüfungsangst so intensiv sein, dass sie die Leistung des Einzelnen beeinträchtigt. Kognitiv können Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, negative innere Stimmen wie ‚Ich werde es nicht schaffen‘ sowie die Entwicklung von Katastrophenszenarien bezüglich der Prüfung auftreten. Emotional kann sie sich durch Unruhe, Pessimismus, Weinkrämpfe und Wutausbrüche äußern; körperlich durch Reaktionen wie Herzklopfen, Übelkeit, Schwitzen und Muskelverspannungen.“

DIE ROLLE DER ELTERN: UNTERSTÜTZEND STATT KONTROLLIEREND! 

Die Fachpsychologin weist darauf hin, dass eine der wichtigsten externen Ursachen für Prüfungsangst ein unter Druck setzendes und übermäßig kritisches Elternverhalten sei: „Insbesondere ein Verhalten, das den Erfolg des Kindes in den Mittelpunkt stellt, ergebnisorientiert ist und Vergleiche zieht, verstärkt beim Schüler das Gefühl der Unzulänglichkeit.“

Çevirir erklärt, dass Aussagen wie „Dein Geschwisterkind hat es geschafft, warum schaffst du das nicht?“ oder „Wenn du in dieser Prüfung nicht gut abschneidest, ist deine Zukunft ruiniert“ zur inneren Stimme des Schülers werden und zu einer der Hauptquellen der Angst werden können: „Untersuchungen zeigen, dass solche kritischen Einstellungen den Selbstwert des Schülers allein auf den Erfolg reduzieren und das Selbstvertrauen schädigen. An diesem Punkt ist die Rolle der Eltern nicht die eines Kontrolleurs, sondern die eines Unterstützers. Es ist sehr wertvoll, nicht nur den akademischen Erfolg, sondern auch die Anstrengung des Schülers anzuerkennen, sich auf den Prozess zu konzentrieren und bedingungslose Akzeptanz zu zeigen. Aussagen wie ‚Ich weiß, wie hart du gearbeitet hast, ich bin stolz auf dich‘ geben dem Schüler das Gefühl, wertvoll zu sein. Ein realistischer Erwartungshorizont, Empathie und die Erinnerung daran, dass eine Prüfung nicht das Ende der Welt bedeutet, machen die elterliche Unterstützung sinnvoll.“

Es ist möglich, innere Dialoge mit positiven Sätzen zu ordnen… 

 „Dazu gehören vor allem Atemübungen, Entspannungstechniken und Übungen zur Körperwahrnehmung. Insbesondere Methoden wie die 4-7-8-Atemtechnik helfen dabei, das Nervensystem in Momenten der Angst zu regulieren und die körperlichen Reaktionen des Einzelnen unter Kontrolle zu bringen.“ 

Çevirir merkt an, dass das Erkennen und Umstrukturieren negativer Gedanken die mentale Widerstandsfähigkeit erhöht, und sagt:

„Es ist möglich, innere Dialoge mit Sätzen wie ‚Ich gebe mein Bestes‘ anstelle von ‚Ich werde versagen‘ zu ordnen. Zudem reduziert das Durchspielen der Prüfungssituation die Ungewissheit und damit die Intensität der Angst. Während der Prüfung ist es sehr wichtig, die Konzentration aufrechtzuerhalten. Wenn sich der Schüler nur auf die Aufgabe konzentriert, die er gerade löst, hilft ihm das, sich von ängstlichen Gedanken an die Vergangenheit oder Zukunft zu lösen. Körperliche Wahrnehmung bringt den Schüler zurück in den Moment. Zum Beispiel kann das bewusste Spüren des Stifts in der Hand oder des Sitzens auf dem Stuhl die Aufmerksamkeit bündeln. Auch das Abrufen zuvor vorbereiteter positiver innerer Sätze während der Prüfung stärkt das Sicherheitsgefühl.“

EIN PRÜFUNGSERGEBNIS BESTIMMT NICHT DEN WERT EINES MENSCHEN…

Çevirir unterstreicht, dass der Prüfungsmorgen eine ebenso kritische Phase sei wie die Prüfung selbst: „Es wird empfohlen, dass Schüler an diesem Morgen auf neue und ungewohnte Lebensmittel, übermäßigen Koffeinkonsum und Reize wie soziale Medien verzichten. Um sich mental wohlzufühlen, ist es wichtig, rechtzeitig am Prüfungsort zu sein, Entspannungsübungen zu machen und ein leichtes Frühstück zu wählen. Mit zu leerem oder zu vollem Magen in die Prüfung zu gehen, kann zu Konzentrationsproblemen führen.“

Çevirir erinnert daran, dass Prüfungsangst ein Prozess ist, der sowohl individuelle als auch zwischenmenschliche Dimensionen hat: „Daher müssen nicht nur der Schüler, sondern auch seine Familie und sein Umfeld in den Prozess einbezogen werden. Die unterstützende, verständnisvolle und empathische Haltung der Eltern wirkt sich nicht nur positiv auf die Prüfungsleistung des Schülers aus, sondern auch auf seine langfristige psychische Gesundheit. Man darf nicht vergessen, dass ein Prüfungsergebnis nicht den Wert eines Menschen bestimmt. Dem Schüler zur Seite zu stehen, seine Anstrengungen anzuerkennen und emotionale Sicherheit zu bieten, wird sowohl seinen heutigen Erfolg als auch seine zukünftige Widerstandsfähigkeit aufbauen.“