Verbot für 10. Klassen eingeführt

Mit dem Schulbeginn in Deutschland weiten sich auch die Handyverbote aus. Diese Entscheidung, die zum Schutz der psychischen Gesundheit der Schüler getroffen wurde, wird in verschiedenen Bundesländern unterschiedlich umgesetzt.

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Während in vielen europäischen Ländern die Handynutzung an Schulen untersagt wird, setzt sich dieser Trend auch in Deutschland immer stärker durch. Während Länder wie Frankreich, die Niederlande, Österreich und Belgien bereits ähnliche Verbote kennen, treffen die deutschen Bundesländer ihre eigenen Regelungen. Im Bundesland Hessen ist die Nutzung von Smartphones, Tablets und Smartwatches untersagt. Diese Geräte dürfen nur in Ausnahmefällen verwendet werden. Ziel dieser Verbote ist es, die Schüler vor übermäßigem Technologiekonsum zu schützen sowie Mobbing und die Verbreitung gefährlicher Inhalte an Schulen zu unterbinden.

Klaus Zierer, Berater der hessischen Landesregierung, erklärte: "Smartphones sollten aus den Schulen verbannt werden, an Grundschulen komplett verboten sein und nur in den oberen Klassen sollte es wenige Ausnahmen geben." Zierer betonte zudem, dass diese Verbote die Zeit reduzieren, die für Cybermobbing aufgewendet wird. In Bremen umfasst das Verbot Schüler bis zur 10. Klasse. In Nordrhein-Westfalen können die Schulen hingegen eigene Entscheidungen treffen.

PROJEKT SMART OHNE PHONE

Im Rahmen des deutschlandweit umgesetzten Projekts "Smart ohne Phone" ist es Schülern untersagt, ihre Handys in den Pausen zu benutzen. Bei Schülern, die sich nicht an diese Regeln halten, werden die Geräte von der Schulleitung eingezogen und am nächsten Tag den Eltern übergeben. Die Dalton-Schule in Alsdorf ist eine der Schulen, die dieses Projekt umsetzen. Die große Mehrheit der Lehrkräfte gibt an, dass diese Maßnahme das Verhalten der Schüler positiv verändert und ihre Konzentration gesteigert habe. 85 Prozent der Eltern sind mit diesem Verbot zufrieden.

VERBOTE GELTEN AUCH ZUHAUSE

Einige Schulen fordern von den Schülern, sich auch zu Hause von sozialen Medien fernzuhalten. In Solingen sollen Fünftklässler keine Social-Media-Plattformen nutzen. Diese Maßnahme wurde von dem ehemaligen Schulleiter Burkhard Brörken vorgeschlagen. Brörken gibt an, dass die Eltern diese Regel meist unterstützen und dass die psychische Gesundheit der Kinder durch übermäßige Smartphone-Nutzung negativ beeinflusst werde.

Die Handyverbote stoßen nicht bei allen auf Zustimmung. Hendrik Streeck, der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, plädiert zwar für Altersbeschränkungen bei sozialen Medien, spricht sich jedoch gegen pauschale Handyverbote aus. Auch Schülervertreter und Gewerkschaften stehen den Verboten skeptisch gegenüber und argumentieren, dass Jugendliche lernen sollten, verantwortungsbewusst mit ihren Smartphones umzugehen.