EU erteilt Paramount Skydance bedingte Genehmigung für Übernahme von Warner Bros. Discovery

Brüssel knüpft die 110-Milliarden-Dollar-Übernahme an die Bedingung, dass Paramount sich aus bestimmten Partnerschaften im europäischen Filmvertrieb zurückzieht.

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Die Europäische Union hat dem Plan von Paramount Skydance, Warner Bros. Discovery für 110 Milliarden Dollar zu übernehmen, unter Auflagen zugestimmt. Die Entscheidung aus Brüssel bedeutet, dass eine der kritischsten Hürden auf europäischer Ebene für die Megafusion, die das Machtgefüge in Hollywood verändern dürfte, genommen wurde.

Die Europäische Kommission konzentrierte sich bei der Genehmigung der Vereinbarung insbesondere auf mögliche Wettbewerbsprobleme im Bereich des Filmvertriebs in Europa. Die Kommission forderte, dass Paramount seinen Anteil an United International Pictures, einem Joint Venture mit Universal, aufgibt. Diese Verpflichtung gilt für den gesamten Europäischen Wirtschaftsraum, der alle 27 EU-Mitgliedstaaten umfasst.

Die Regulierungsbehörden verlangten zudem, dass Paramount für einen Zeitraum von 10 Jahren keine direkten oder indirekten Vereinbarungen mit Universal trifft, um gemeinsam Filme im Europäischen Wirtschaftsraum zu vertreiben. Damit soll verhindert werden, dass die nach der Fusion entstehende Struktur den Wettbewerb auf dem europäischen Markt durch Vertriebsbeziehungen mit konkurrierenden Studios einschränkt.

WETTBEWERBSAUFLAGE AUS BRÜSSEL

In der Erklärung der EU heißt es, dass die Zusagen die von der Kommission festgestellten Wettbewerbsbedenken ausräumen. Es wurde betont, dass sichergestellt werde, dass die Filme des aus der Fusion hervorgehenden Unternehmens nicht gemeinsam mit Filmen von Universal oder Disney vertrieben werden.

Die Kommission kündigte zudem an, dass die Umsetzung der Zusagen von einem unabhängigen Treuhänder überwacht werde. Der Treuhänder werde den Prozess unter der Aufsicht der Europäischen Kommission verfolgen.

Brüssel teilte mit, dass im Bereich der Filmproduktion nicht damit zu rechnen sei, dass die Fusion den Wettbewerb beeinträchtige. Bei dieser Bewertung wurde auf die Präsenz großer Konkurrenten wie Disney sowie auf in den USA ansässige Studios wie Amazon MGM und europäische Filmproduzenten auf dem Markt verwiesen.

Die Entscheidung wird als ein weiteres Beispiel für die in den letzten Jahren zunehmenden Fusionsbestrebungen in der globalen Medien- und Unterhaltungsbranche gesehen. Der verschärfte Wettbewerb in den Bereichen Streaming-Plattformen, Kinovertrieb, Katalogrechte und Content-Produktion veranlasst große Studios dazu, ihre Größe zu skalieren.

PROZESS IN DEN USA NOCH NICHT ABGESCHLOSSEN

Trotz der bedingten Genehmigung durch die EU steht die Übernahme in den USA vor rechtlichen Hindernissen. Ein Bundesrichter in Kalifornien hat den Unternehmen in dieser Woche vorläufig untersagt, die Fusion weiter voranzutreiben.

Die Anhörung zu dem Antrag auf einstweilige Verfügung, die den Abschluss der Transaktion vor einer endgültigen Entscheidung verhindern könnte, ist für den 3. August geplant. Daher hat das Angebot von Paramount auf der anderen Seite des Atlantiks noch keinen endgültigen Fahrplan.

Gegner der Fusion weisen darauf hin, dass bei einem Abschluss der Vereinbarung die Zahl der großen Filmstudios in den USA auf vier sinken würde. Die Kritik konzentriert sich auf die Möglichkeiten möglicher Entlassungen, eine geringere Anzahl produzierter und veröffentlichter Filme sowie eine Schwächung des Wettbewerbs in der Branche.

Aus Sicht der Befürworter bedeuten groß angelegte Fusionen stärkere Kataloge und breitere Vertriebsmöglichkeiten im globalen Streaming-Wettbewerb. Sowohl die Bedingungen in Europa als auch das Gerichtsverfahren in den USA zeigen jedoch, dass die Unternehmen noch bedeutende regulatorische und rechtliche Hürden überwinden müssen, um die Vereinbarung abzuschließen.