Gericht spricht Frau nach Fehldiagnose und Verlust ihrer Niere Entschädigung zu
Ebru Ünal aus Bursa hat in einem Prozess, den sie wegen des Verlusts ihrer Niere infolge einer Fehldiagnose angestrengt hatte, eine Entschädigung in Höhe von 230.000 TL zugesprochen bekommen. Der Anwalt des Arztes hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.
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Ebru Ünal, die 2018 wegen Rücken-, Nieren- und Bauchschmerzen ein Privatkrankenhaus in Ankara aufsuchte, wurde von dem Arzt H.B. untersucht. Der Arzt teilte Ünal mit, dass sich in ihrer Niere ein potenziell tödlicher Tumor befinde und eine Notoperation erforderlich sei. Aufgrund dieser Diagnose wurde Ünal operiert und ihre linke Niere entfernt. Die pathologische Untersuchung ergab jedoch, dass die Entfernung der Niere nicht notwendig gewesen wäre, da es sich um ein Lymphom handelte, das mit einer Chemotherapie hätte behandelt werden können.
GERICHTSVERFAHREN UND URTEIL
Ünal, die aufgrund der Fehldiagnose nun mit nur einer Niere leben muss, reichte beim 3. Verbrauchergericht in Ankara Klage gegen den Arzt H.B. ein. Das Gericht entschied, dass der Arzt 30.000 TL materiellen und 200.000 TL immateriellen Schadensersatz zahlen muss. Zudem werden die Gerichtskosten vom Beklagten eingezogen. Der Anwalt des Arztes legte gegen das Urteil Berufung ein, mit der Begründung, dass vor der Operation eine Einverständniserklärung der Patientin eingeholt worden sei und der chirurgische Eingriff notwendig gewesen wäre.
"SIE SAGTEN KREBS UND ENTFERNTEN MEINE NIERE"
Ebru Ünal beschrieb den Prozess mit folgenden Worten: „Sie sagten mir, ich hätte Krebs, und entfernten meine Niere. Später erfuhren wir, dass es ein Lymphom war und mit einer Chemotherapie hätte behandelt werden können. Jetzt lebe ich mit nur einer Niere und dieser Prozess ist sehr schwer. Sowohl mein Körper als auch meine Seele haben gelitten. Selbst im Alltag habe ich Schwierigkeiten. Auch die Tatsache, dass ich nach der Operation nicht über den Verbleib meiner Niere informiert wurde, hat mich sehr belastet.“
DIE BEDEUTUNG EINER ZWEITMEINUNG
Ünal empfahl jedem, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen, um ähnliche Situationen zu vermeiden, und sagte: „Es geht um Leben und Tod. Mein Leben hat sich durch den Fehler eines Arztes verändert. Ich habe zwar eine Entschädigung erhalten, aber mein Verlust ist sehr groß. Meine Gesundheit kommt nicht zurück. Niemand sonst sollte denselben Schmerz erleiden.“