Celal Şengör hatte über das mögliche Istanbul-Erdbeben gesagt: 'Die Überlebenden werden sich wünschen, sie wären gestorben': Erdbebendebatte unter Wissenschaftlern! Wer hat recht?

Prof. Dr. Osman Bektaş und Dr. Ramazan Demirtaş kritisierten Celal Şengörs Äußerungen zum Istanbul-Erdbeben, wonach 'die Überlebenden sich wünschen werden, sie wären gestorben', und bezeichneten solche Chaos-Szenarien als unwissenschaftlich. Die Experten betonten, dass Istanbul nicht von einem großen, sondern von einem mittelschweren Erdbeben bedroht sei. Hier sind die Details...

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Celal Şengör hatte über das mögliche Istanbul-Erdbeben gesagt: 'Die Überlebenden werden sich wünschen, sie wären gestorben': Erdbebendebatte unter Wissenschaftlern! Wer hat recht?

Während die Warnung des Geowissenschaftlers Prof. Dr. Celal Şengör vor einem Erdbeben der Stärke über 7 für Istanbul in der Öffentlichkeit für großes Aufsehen sorgte, kam von zwei namhaften Experten Kritik an Şengörs Katastrophenszenario. Prof. Dr. Osman Bektaş und Dr. Ramazan Demirtaş erklärten, dass Şengörs Aussagen unwissenschaftlich seien und dass die Erdbebengefahr in Istanbul aus einer anderen Perspektive betrachtet werden müsse.

Celal Şengör hatte über das mögliche Istanbul-Erdbeben gesagt: 'Die Überlebenden werden sich wünschen, sie wären gestorben': Erdbebendebatte unter Wissenschaftlern! Wer hat recht?

ŞENGÖR WARNTE: 'WÜNSCHTEN, WIR WÄREN GESTORBEN'

Celal Şengör hatte in einer kürzlich getätigten Erklärung betont, dass in Istanbul ein Erdbeben der Stärke über 7 erwartet werde, und geäußert, dass die Stadt bei einer möglichen Katastrophe vor einem düsteren Bild stünde. Şengör hatte die Worte verwendet: „Innerhalb weniger Tage wird in der Stadt der Hunger ausbrechen, es wird Plünderungen geben, Epidemien werden ausbrechen. Die Trümmer werden lange Zeit nicht beseitigt werden können, die Stadt wird von einem schweren Gestank eingehüllt sein. Die Überlebenden werden sagen: 'Ich wünschte, wir wären gestorben'.“

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KRITIK: 'WISSENSCHAFT WIRD NICHT MIT DAUMENRECHNUNG BETRIEBEN'

Dr. Ramazan Demirtaş reagierte über soziale Medien auf Şengörs Aussage. Er teilte eine Karte und erklärte: „Erdbebenwissenschaft wird nicht mit Daumenrechnung betrieben, so schreibt man nur Chaos.“ Demirtaş unterstrich, dass Aussagen wie „100 Gebäude stürzen ein, 4 Millionen Menschen bleiben unter den Trümmern, wenn Istanbul zusammenbricht, geht die Türkei in die Knie, die Überlebenden werden sich wünschen, sie wären gestorben...“ keinerlei wissenschaftliche Grundlage hätten.

Celal Şengör hatte über das mögliche Istanbul-Erdbeben gesagt: 'Die Überlebenden werden sich wünschen, sie wären gestorben': Erdbebendebatte unter Wissenschaftlern! Wer hat recht?

Demirtaş betonte zudem, dass das Schreiben von Katastrophenszenarien nach jedem Erdbeben der Stärke 4,0 oder höher, das mit dem Marmara-Erdbeben in Verbindung gebracht wird, der Gesellschaft psychologischen, soziologischen und wirtschaftlichen Schaden zufüge, und unterstrich, dass diese Diskurse keinen Beitrag zur Risikominderung oder zur Vermeidung von Todesfällen leisteten.

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'DIE GEFAHR IM MARMARAMEER IST NICHT GEKLÄRT'

Prof. Dr. Osman Bektaş, der erklärte, dass die Erdbebenwissenschaft nur mit konkreten Daten sprechen könne, äußerte eine ähnliche Kritik. Bektaş wies darauf hin, dass es viele Unsicherheiten bezüglich der Eigenschaften der Verwerfungslinien im Marmarameer gebe, und gab folgende Einschätzung ab:

Celal Şengör hatte über das mögliche Istanbul-Erdbeben gesagt: 'Die Überlebenden werden sich wünschen, sie wären gestorben': Erdbebendebatte unter Wissenschaftlern! Wer hat recht?

„Nicht nur die Verwerfungsmodelle sind unsicher, auch die jährliche Gleitgeschwindigkeit jedes Segments, die Wiederholungsintervalle der Erdbeben und die vergangenen Zeiträume sind nicht klar. Mit Durchschnittswerten lässt sich die Wiederholungszeit eines Erdbebens nicht bestimmen. Die Erdbebengefahr im Marmarameer ist noch nicht geklärt.“

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'ISTANBUL WIRD VON EINEM MITTELSCHWEREN ERDBEBEN BEDROHT'

Bektaş wies zudem darauf hin, dass Şengörs Äußerungen, wonach „die Überlebenden ihr Überleben bereuen werden“, nicht mit wissenschaftlichen Fakten übereinstimmten, und merkte an, dass die größte Bedrohung für Istanbul kein gigantisches, sondern ein mittelschweres Erdbeben sein könnte:

Celal Şengör hatte über das mögliche Istanbul-Erdbeben gesagt: 'Die Überlebenden werden sich wünschen, sie wären gestorben': Erdbebendebatte unter Wissenschaftlern! Wer hat recht?

„Einige Teile der Nordanatolischen Verwerfung im Marmarameer sammeln Erdbebenenergie an, aber kriechende oder vollständig gleitende Teile sammeln keine Erdbebenenergie an. Daher könnte Istanbul von mittelschweren Erdbeben bedroht sein.“

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AUFRUF ZU WISSENSCHAFTLICHEN MASSNAHMEN STATT CHAOS-SZENARIEN

Beide Experten betonten, dass anstelle von Chaos-Szenarien, die in der Gesellschaft Angst und Panik auslösen, über Maßnahmen gesprochen werden sollte, die auf wissenschaftlichen Grundlagen basieren.