Die İmamoğlu-Operation traf sie am härtesten: Große Verluste bei den Aktien!
Die politische Krise in der Türkei, die sich nach der Verhaftung von İmamoğlu verschärft hat, erschüttert große Industrieunternehmen. Während Moody’s und S&P die Kreditwürdigkeit von Vestel, Arçelik und Şişecam herabstufen, hat die wirtschaftliche Instabilität im Land weiter zugenommen.
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Die politischen Unruhen, die durch die Verhaftung des Bürgermeisters von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, in der Türkei entfacht wurden, haben nicht nur die Politik, sondern auch die Wirtschaft beeinträchtigt. Globale Ratingagenturen haben die Finanzratings der größten Unternehmen der Türkei nacheinander herabgestuft.
Moody’s hat das Kreditrating von Vestel, einem der führenden Haushaltsgerätehersteller Europas, auf Caa1 gesenkt. Dieses Rating liegt nur drei Stufen über dem Insolvenzniveau. Als Begründung wurden die schwächelnde Liquiditätssituation des Unternehmens und die sich verschlechternde operative Leistung angeführt.
Arçelik wurde im vergangenen Monat von S&P auf das Niveau BB- herabgestuft. Auch Şişecam, das Flaggschiff der türkischen Glasindustrie, wurde im März von Moody’s auf das Niveau B2 herabgestuft.
Laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg wird der Ausblick für große Unternehmen in der Türkei aufgrund der politischen Instabilität zunehmend pessimistischer.
KREDITKOSTEN STEIGEN RAPIDE
Nach der Operation gegen İmamoğlu hatte die Zentralbank angesichts des zunehmenden Drucks auf den Wechselkurs den Zinssatz für Übernachtkredite angehoben. Dies hat die Finanzierungskosten der Unternehmen in die Höhe getrieben.
Daten von Bloomberg zufolge hat die auf 2029 laufende Dollar-Anleihe von Vestel seit Anfang März etwa 10 Cent an Wert verloren. Sie wird derzeit bei 91,2 Cent gehandelt. Die auf 2028 laufende Anleihe von Arçelik fiel von 105 Cent auf 101 Cent.
Aswini Krishnan, Analystin bei AllianceBernstein, erklärte: „Die Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung haben Nebenwirkungen auf große Industrieunternehmen. Die eigentliche Gefahr ist jedoch die anhaltende politische Spannung.“
Paul Lund von Fitch wies ebenfalls darauf hin, dass das Vertrauen in der Türkei ernsthaft beschädigt sei, der Zugang zu Devisen schwieriger werde und der Wertverlust der Lira die Finanzierungskosten erhöhe.