Krebs, Diabetes, Antidepressiva... Der Schwarzmarkt für Medikamente ist zurück!
Der Schwarzmarkt für Medikamente, den 12punto bereits zuvor thematisiert hatte, ist wieder ein aktuelles Thema. Es hat sich herausgestellt, dass über Kanäle, die auf Telegram und Instagram eingerichtet wurden, Medikamente gegen Krebs, Diabetes, psychiatrische Erkrankungen und Herzkrankheiten verkauft werden, die eigentlich unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden müssen.
Hazal Güven
Hazal Güven - 12punto.com.tr
Ein neuer Skandal bedroht die menschliche Gesundheit, da über soziale Medien gesetzeswidrig Medikamente verkauft werden.
Der Medikamenten-Schwarzmarkt über soziale Medien, den 12punto bereits früher thematisiert hat, ist wieder aufgetaucht.
In Kanälen, die über die Apps Telegram und Instagram eröffnet wurden, werden Fotos zahlreicher Medikamente geteilt und zum Verkauf angeboten.
Im Infobereich der eröffneten Gruppe befindet sich ein russischer Satz. Übersetzt ins Türkische lautet er:
"Hier können Sie die notwendigen Medikamente, Vitamine und alles Medizinische finden und kaufen. Unsere Firma befindet sich in der Türkei (Antalya). Lieferung in Antalya, Versand in andere Städte und GUS-Staaten."
Obwohl in der Erklärung behauptet wird: "Unsere Firma befindet sich in Antalya", werden weder der Name der angeblichen "Firma" noch ein Logo geteilt. Dass sämtliche Erklärungen und Beiträge auf Russisch verfasst sind, lässt auf die Existenz einer – wenn überhaupt vorhandenen – illegalen Firma schließen.
HPV-IMPFSTOFF, KREBS-, HERZ- UND DIABETES-MEDIKAMENTE...
Die Kategorie der verkauften Medikamente ist sehr breit gefächert. Von HPV-Impfstoffen, für deren kostenlose Bereitstellung ein großer Teil der Bevölkerung in der Türkei kämpft, bis hin zu Krebsmedikamenten, deren Einzelhandelspreise 100.000 Lira übersteigen, ist alles zu finden.
In der Beschreibung des Medikaments namens Gardasil steht beispielsweise:
"Gardasil ist ein Impfstoff, der dazu entwickelt wurde, Immunität gegen verschiedene HPV-Typen aufzubauen, insbesondere gegen die Typen 16 und 18. Der Impfstoff bietet zudem Schutz gegen die Virustypen 6 und 11, die Genitalwarzen im Genital- und Analbereich verursachen."
Unter den verkauften Medikamenten befinden sich auch solche, die in der Psychiatrie nur gegen ein rotes Rezept abgegeben werden dürfen. Diese Medikamente, die zwingend unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden müssen, können in diesen Gruppen gegen Geld erworben werden.
In der Beschreibung von Redepra, einem der verkauften Medikamente, heißt es beispielsweise:
"Depressive Zustände (wie Anhedonie, psychomotorische Retardierung, Schlaflosigkeit, frühes Erwachen, Gewichtsverlust, Interessenverlust am Leben, Suizidgedanken und Stimmungsschwankungen)."
Experten warnen häufig vor der Medikamenteneinnahme. Wenn die Dosierung nicht korrekt eingestellt ist oder die Person die Medikamente unbewusst einnimmt, können weitaus ernstere Probleme entstehen. Besonders bei den in diesen Gruppen verkauften Medikamenten für 'schwere' Krankheiten ist das Ausmaß der Gefahr umso größer.
WER KAUFT UND WER VERKAUFT, BLEIBT UNKLAR...
Es ist völlig unklar, wer diese Gruppen verwaltet, wie sie massenhaft an diese Medikamente gelangen, an wen sie diese verkaufen und zu welchem Preis. Zudem besteht die Möglichkeit, dass die Medikamente ohne Banderole, also gefälscht sind.
GESETZESWIDRIG!
Der Verkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten, die sowohl vom Staat als auch vom zuständigen Facharzt streng überwacht werden müssen, über soziale Medien stellt eindeutig eine Straftat dar. Artikel 24 des Gesetzes Nr. 6197 über Apotheker und Apotheken der Verfassung (Geändert: 2/1/2014-6514/36. Art.) besagt dazu:
“Giftige und wirksame Substanzen sowie Medikamente dürfen nicht im Großhandel aus Apotheken verkauft werden und Apotheken dürfen nicht an Ausschreibungen teilnehmen. Der Medikamentenaustausch zwischen Apotheken gilt nicht als Großhandel; beim Verkauf von Medikamenten, der Rückgabe an den pharmazeutischen Großhändler, von dem sie bezogen wurden, oder in Fällen höherer Gewalt an andere Großhändler, beim Austausch zwischen Apotheken sowie bei der Vernichtung von abgelaufenen oder verdorbenen Medikamenten ist eine Meldung an das Medikamentenverfolgungssystem zwingend erforderlich.
Medikamente dürfen nicht über das Internet oder irgendein anderes elektronisches Medium verkauft werden. Es dürfen keine Internetseiten im Namen von Apothekern oder Apotheken eröffnet werden. Apotheker dürfen in keiner Weise, sei es offen oder geheim, mit Institutionen, Ärzten, anderen Gesundheitseinrichtungen oder Dritten zusammenarbeiten, um Rezepte zu erhalten; sie dürfen keine Vermittler, Kurierpersonal oder ähnliches steuerndes Personal beschäftigen, keine Rezepte sammeln oder weiterleiten und keine auf diesem Wege erhaltenen Rezepte akzeptieren.
Bei Feststellung dieser Handlungen wird gegen den Apotheker sowie die vermittelnde Person oder Organisation eine Geldstrafe zwischen fünftausend und fünfzigtausend Türkischen Lira verhängt. Im Wiederholungsfall wird die zu verhängende Geldstrafe in doppelter Höhe der zuvor verhängten Strafe angewendet."