Steigende Quallenpopulation im Marmarameer erhöht das Risiko für Schleimbildung
Die zunehmende Quallenpopulation im Marmarameer verschlechtert die Wasserqualität und erhöht das Risiko für die Bildung von Meeresschleim (Müsilaj). Eine Untersuchung der Universität Istanbul sowie des Ministeriums für Umwelt, Urbanisierung und Klimawandel hat zudem aufgezeigt, dass die Quallen verheerende Auswirkungen auf die Fischbestände haben. Hier sind die Details...
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Der jüngste Anstieg der Quallenpopulation im Marmarameer löst ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Meeresschleim aus.
Das zweijährige Projekt mit dem Titel „Ursachen und Folgen der Quallenzunahme im Marmarameer“, das von der Fakultät für Meereswissenschaften der Universität Istanbul und dem Ministerium für Umwelt, Urbanisierung und Klimawandel durchgeführt wurde, ist abgeschlossen.
Im Rahmen der Forschung wurden Quallenproben aus verschiedenen Tiefen des Marmarameeres entnommen und untersucht, zudem wurden Unterwasserbeobachtungen durch Taucher durchgeführt und Laboranalysen vorgenommen.
Der Wissenschaftler Prof. Dr. Okyar erklärte in seinen Ausführungen, dass das Marmarameer in Bezug auf Phytoplankton reicher geworden sei, was zu einem Anstieg der Quallenpopulation führe.
Okyar erläuterte, dass bei einer hohen Zufuhr von Nährsalzen, Stickstoff und Phosphor in das Meer die Umgebung wie gedüngt wirke, was zu einer übermäßigen Vermehrung von Phytoplankton führe und die Wasserqualität verschlechtere.
Dies führe zum Tod oder zur Abwanderung von Arten, von denen sich Quallen ernähren. Bei den Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Mageninhalte der Quallen große Mengen an Sardelleneiern enthielten, was ein großes Risiko für die Sardellenbestände darstelle.
Okyar betonte, dass die globale Erwärmung die Quallenpopulation vergrößere und sich die Quallenarten mit dem Temperaturanstieg auf größere Gebiete ausbreiteten. Er erklärte, dass das Marmarameer verschmutzt sei und das Schwarze Meer nährstoffreich, was die Vermehrung der Quallen begünstige.
Er wies darauf hin, dass sich die Quallen, die über den Bosporus in das Marmarameer gelangen, insbesondere in den warmen Perioden wie Frühling, Sommer und Herbst übermäßig vermehren.
Okyar gab an, dass das Quallenvorkommen im Marmarameer in den letzten 10 Jahren um 100 Prozent zugenommen habe, und nannte den Südosten des Golfs von İzmit sowie die Golfregionen von Gemlik und Bandırma als Gebiete mit einer hohen Quallendichte.
Okyar stellte klar, dass Quallen zwar nicht direkt Meeresschleim erzeugen, aber zur Bildung beitragen. Er merkte an, dass ihre Experimente zeigten, dass nach einer übermäßigen Quallenzunahme gelöste organische Stoffe und Partikel die bakterielle Aktivität unter Stress setzen und die Bedingungen für die Entstehung von Meeresschleim auslösen. Okyar betonte, dass mit dem Anstieg der Quallenpopulation auch das Risiko für Meeresschleim steigen werde.
Okyar wies darauf hin, dass Quallen ein breites Anwendungsspektrum vom Kosmetik- bis zum Lebensmittelsektor haben, und ging auf Studien zur biotechnologischen Nutzung von Quallen ein.
Er fügte hinzu, dass Quallen aufgrund ihres natürlichen Kollagengehalts ein Potenzial für den Gesundheits- und Biomaterialsektor bieten.