Südkoreas Präsident steht vor Amtsenthebungsverfahren
Der südkoreanische Präsident Yoon Suk Yeol hat nach der Ausrufung des Kriegsrechts und dem Eingreifen des Parlaments einen Rückzieher gemacht. Nun sieht er sich einem Amtsenthebungsverfahren gegenüber.
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Der südkoreanische Präsident Yoon Suk Yeol erklärte in einer um 23:00 Uhr Ortszeit im Fernsehen übertragenen Ankündigung des Kriegsrechts, dass das Kriegsrecht notwendig sei, um "das Land gegen Nordkorea und staatsfeindliche Kräfte zu verteidigen und die freiheitliche verfassungsmäßige Ordnung zu schützen".
Unmittelbar nach der Entscheidung des Parlaments versammelten sich Hunderte Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude und feierten den plötzlichen Rückzieher, während einige Demonstranten versuchten, die Sicherheitsbarrieren zu durchbrechen und in das Parlamentsgebäude einzudringen.
Vor Ort kam es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Demonstranten.
Journalisten in Südkorea weisen darauf hin, dass Yoon seit den Parlamentswahlen im April eine schwache Führung gezeigt habe und seine von Kontroversen überschattete Präsidentschaft nun in eine Krise gemündet sei.
Die politischen Unruhen schüren in der Bevölkerung die Angst, dass sie den Boden für breitere Protestbewegungen im Land bereiten könnten.
Yoon Suk Yeol sieht sich nach seinem Versuch, das Kriegsrecht auszurufen, im Parlament mit einem Amtsenthebungsverfahren konfrontiert.
Die Abgeordneten blockierten mit Stimmenmehrheit die Entscheidung des Präsidenten, das Kriegsrecht mit der Begründung auszurufen, "gegen die kommunistischen Kräfte Nordkoreas" vorzugehen und "staatsfeindliche Elemente zu säubern".