Tsunami-Warnung vom Kandilli-Observatorium! 'Wir müssen vorbereitet sein'
Auf einem an der Boğaziçi-Universität abgehaltenen Tsunami-Workshop betonte die Direktorin des KRDAE, Prof. Dr. Nurcan Meral Özel, dass man an der 8.300 Kilometer langen Küstenlinie der Türkei in allen Meeren auf Tsunamis vorbereitet sein müsse. Özel erklärte, dass die in den letzten Jahren aufgetretenen Tsunamis diese Realität erneut in Erinnerung gerufen hätten.
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An der Boğaziçi-Universität Kandilli-Observatorium und Erdbebenforschungsinstitut (KRDAE) wurde ein Tsunami-Workshop abgehalten.
Laut der Erklärung der Universität fand der Workshop unter Beteiligung der Stadtverwaltung Istanbul, der Katastrophenschutzbehörde der Provinz Istanbul, des Türkischen Verbandes der Funkamateure, Vertretern der an das Marmarameer angrenzenden Gemeinden sowie Akademikern im KRDAE statt.
Die Direktorin des KRDAE, Prof. Dr. Nurcan Meral Özel, gab in ihrer Rede an, dass sie seit dem 1. Juli 2012 insgesamt 46 Tsunami-Meldungen veröffentlicht hätten, davon 31 Informations-, 9 Empfehlungs- und 6 Warnmeldungen.
Özel betonte, dass es bei Erdbeben entlang der Küstenlinie zu Tsunamis kommen könne und man insbesondere an Küsten mit kritischer Infrastruktur und hoher Besiedlungsdichte, wie etwa Gasanlagen und Kernkraftwerken, darauf vorbereitet sein müsse. Sie äußerte: „Wir müssen an der etwa 8.300 Kilometer langen Küstenlinie der Türkei in allen Meeren auf Tsunamis vorbereitet sein. Die Tsunamis in Bodrum (Muğla) im Jahr 2017 und in Seferihisar (Izmir) im Jahr 2020, die jeweils den Tod eines Menschen zur Folge hatten, haben uns diese Realität erneut vor Augen geführt.“
Özel berichtete, dass sie dank 297 seismischer Sensoren sowie Stationen, deren Daten durch nationale und internationale Kooperationen gewonnen werden, Erdbebenanalysen rund um die Uhr durchführen. Sie fügte hinzu: „Um sie in Tsunami-Warnmeldungen zu nutzen, werden der Meeresspiegel und atmosphärische Veränderungen durch die 20 Pegelstationen des Generaldirektorats für Kartografie sowie durch Sensoren für Druck, Feuchtigkeit und Temperatur an den 28 vom KRDAE betriebenen multidisziplinären Tsunami-Frühwarn- und Beobachtungsstationen kontinuierlich überwacht.“
Özel erklärte, dass Erdbeben im Meer mit Tsunami-Potenzial auch dazu beigetragen hätten, die Tsunami-Vorbereitungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen im Rahmen des NEMATWS-Gebiets der UNESCO zu verstärken, und hielt fest:
„Die von uns unter Koordination der UNESCO durchgeführten Projekte LastMile (Bodrum) und CoastWAVE (Büyükçekmece) haben eine wichtige Rolle bei den Bemühungen zur Erhöhung der Tsunami-Resilienz von Küstenstädten gespielt.
Als Ergebnis der Umsetzung des ‚Tsunami-Ready Recognition Program‘, das in den letzten zwei Jahren in der Pilotregion Büyükçekmece in Istanbul durchgeführt wurde, ist Büyükçekmece die zweite Stadt in Europa und die erste in der Türkei, die von der UNESCO als ‚Tsunami-Ready City im östlichen Mittelmeer und in Europa‘ anerkannt wurde.“