Was sind die Verschuldensquoten bei Verkehrsunfällen? Was ist ein Haupt- und was ein Mitverschulden? Wie läuft die Feststellung des Verschuldens ab?
Nach Daten aus dem Jahr 2024 sind im Land mehr als 30 Millionen Fahrzeuge im Straßenverkehr registriert. Der Straßenverkehr ist zwar ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens, birgt jedoch ernsthafte materielle und lebensbedrohliche Risiken. Gemäß Artikel 3 des Straßenverkehrsgesetzes ist ein Verkehrsunfall "ein Ereignis, an dem ein oder mehrere Fahrzeuge beteiligt sind, die sich auf einer öffentlichen Straße bewegen, und das zu Tod, Verletzung oder Sachschaden führt." Was sind also die Verschuldensquoten bei Verkehrsunfällen? Was ist ein Haupt- und was ein Mitverschulden? Wie läuft die Feststellung des Verschuldens ab? Hier sind die Details...
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Stand 2024 sind im Land mehr als 30 Millionen Fahrzeuge im Straßenverkehr registriert. Artikel 3 des Straßenverkehrsgesetzes definiert einen Verkehrsunfall wie folgt: „Ein Ereignis, an dem ein oder mehrere Fahrzeuge beteiligt sind, die sich auf einer öffentlichen Straße bewegen, und das zu Tod, Verletzung oder Sachschaden führt.“
Wie werden also die Verschuldensquoten bei Verkehrsunfällen festgelegt? Was bedeuten die Begriffe Haupt- und Mitverschulden? Aus welchen Schritten besteht der Prozess der Verschuldensfeststellung? Hier sind alle Details...
WAS IST VERSCHULDEN BEI VERKEHRSUNFÄLLEN?
Obwohl der Begriff Verschulden im Gesetz nicht explizit definiert ist, werden Verhaltensweisen, die von der Rechtsordnung nicht gebilligt werden, als Verschulden gewertet. Das Verschulden ist das grundlegende Kriterium für die Bestimmung der Haftung für den entstandenen Schaden durch die unfallverursachende Partei. Die Verschuldensquoten werden gemäß dem Straßenverkehrsgesetz und der dazugehörigen Verordnung festgelegt.
WELCHE ARTEN VON VERSCHULDEN UND QUOTEN GIBT ES?
Die Verschuldensquoten bei Verkehrsunfällen werden im Allgemeinen wie folgt ausgedrückt:
0 % Verschulden: Wird festgelegt, wenn keine Verkehrsregeln verletzt wurden. Diese Partei ist völlig schuldlos und wird nicht für den Sachschaden haftbar gemacht.
25 % Verschulden: Wird angewendet, wenn ein Verstoß, der als Mitverschulden gilt, Auswirkungen auf den Unfall hatte.
50 % Verschulden: Wird angewendet, wenn beide Parteien gleichermaßen ein Haupt- oder Mitverschulden tragen.
75 % Verschulden: Wird angewendet, wenn eine Partei ein Hauptverschulden und die andere ein Mitverschulden trägt.
100 % Verschulden: Wird festgelegt, wenn eine Partei den Unfall vollständig durch ein Verhalten verursacht hat, das ein Hauptverschulden darstellt.
WAS IST EIN HAUPTVERSCHULDEN?
Gemäß Artikel 84 des Straßenverkehrsgesetzes gelten schwere Regelverstöße, die einen Verkehrsunfall verursachen, als Hauptverschulden. Zum Beispiel: Bei Überfahren einer roten Ampel, Fahren auf der Gegenfahrbahn, Auffahren von hinten oder Missachtung der Vorfahrt beträgt die Verschuldensquote 100 %, und die Verantwortung liegt vollständig bei der Partei mit dem Hauptverschulden.
WAS IST EIN MITVERSCHULDEN?
Regelverstöße, die im Vergleich zum Hauptverschulden weniger schwerwiegend sind, werden als Mitverschulden gewertet. Zum Beispiel: Fahren unter Alkoholeinfluss, Überschreiten der Geschwindigkeitsbegrenzung oder Fahren ohne Führerschein fallen unter den Begriff des Mitverschuldens. Die Quote wird hierfür in der Regel auf 25 % festgelegt. In diesem Fall wird die Partei mit dem Hauptverschulden zu 75 % haftbar gemacht.
WIE FUNKTIONIERT DAS UNFALLPROTOKOLL UND DER PROZESS DER VERSCHULDENSFESTSTELLUNG?
Der erste Schritt nach einem Verkehrsunfall ist die Überprüfung, ob Verletzungen vorliegen. Bei Verletzungen muss die 112 gerufen werden. Wenn keine Verletzungen vorliegen und es sich um einen Sachschaden handelt, können die beteiligten Fahrer ein Unfallprotokoll für Sachschäden erstellen oder die Verkehrspolizei rufen.
Was bei der Erstellung eines Unfallprotokolls zu beachten ist:
- Fotos sollten gemacht werden, bevor die Fahrzeuge bewegt werden,
- Fotos von Führerschein, Fahrzeugschein und Versicherungspolicen sollten gemacht werden,
- Eine Skizze des Unfalls sollte angefertigt werden,
- Die Aussagen beider Parteien sollten schriftlich festgehalten und das Protokoll mit einer handschriftlichen Unterschrift versehen werden.
Das Protokoll und die Fotos werden an die Versicherungsgesellschaft übermittelt. Die Verschuldensquoten werden innerhalb von 3 Tagen vom Zentrum für Verkehrsversicherungen (TRAMER) festgelegt. Gegen diese Quoten kann innerhalb von 5 Werktagen Einspruch erhoben werden.
WIE VERLÄUFT DER PROZESS DER ANZEIGE UND DER RECHTSPRECHUNG BEI EINEM VERKEHRSUNFALL?
Wenn ein Verkehrsunfall zu Verletzungen geführt hat, kann die unfallverursachende Person gemäß Artikel 89 des türkischen Strafgesetzbuches (TCK) wegen „fahrlässiger Körperverletzung“ zur Verantwortung gezogen werden. Wenn die Verletzung durch bewusste Fahrlässigkeit verursacht wurde, wird ein Ermittlungsverfahren auch ohne Strafantrag eingeleitet. Wenn jedoch keine bewusste Fahrlässigkeit vorliegt, ist der Strafantrag des Opfers erforderlich.
WIE KANN MAN DIE VERSCHULDENSQUOTEN ABFRAGEN?
Die Verschuldensquoten bezüglich eines Unfalls können auf der offiziellen Website des Versicherungs-Informations- und Überwachungszentrums (SBM) abgefragt werden. Durch den Zugriff auf den Bereich „Abfrage des Unfallprotokolls“ (Kaza Tespit Tutanağı Sorgulama) des SBM können die entsprechenden Fahrzeugdaten für die Abfrage verwendet werden.
Der wichtigste Punkt in diesem Prozess ist die lückenlose Dokumentation aller Details zum Unfallzeitpunkt. Dies trägt dazu bei, dass die Verschuldensfeststellung korrekt erfolgt und verhindert den Verlust von Ansprüchen der Parteien.